
5 Gründe, die gegen den Black Friday sprechen
Wir kennen die Bilder aus den USA: Menschen stürmen Supermärkte und streiten sich um Elektrogeräte, Einrichtungsgegenstände und weitere rabattierte Produkte. Dabei geht es häufig gar nicht darum, ob Produkte wirklich gebraucht werden. Konsument:innen lassen sich von Hypes und Trends blenden und von den sogenannten Blitzangeboten regelrecht zum Konsum drängen. Kein Wunder also, dass der Black Friday, der Freitag nach Thanksgiving, zu den umsatzstärksten Tagen gehört. Der Black Friday ist inzwischen auch jenseits des Atlantiks zu einem festen Bestandteil geworden. Nicht ohne Kritik. In diesem Artikel will ich Dir 5 Gründe nennen, die gegen den Aktionstag sprechen.
1. Black-Friday-Rabatte: Hochkonjunktur der Mondpreise
«Top-Deal: 50% günstiger!» Um die Werbung zur Rabattschlacht kommt man schlichtweg nicht herum. Und zugegebenermassen hören sich die Angebote auf den ersten Blick ja ganz gut an. Es lohnt sich aber, etwas genauer hinzuschauen. Denn die vermeintlich grosszügigen Rabatte orientieren sich oft an der unverbindlichen Preisempfehlung – abgekürzt UVP. Aus den 50% Rabatt werden dann deutlich weniger.

Warum ist das so? Der UVP ist oft viel zu hoch angesetzt und taugt deshalb nicht als Vergleichspreis. Diese «Mondpreise» werden am Black Friday aber gleich reihenweise rausgehauen, um grosszügige Rabatte vorzutäuschen. Vergleiche deshalb die Preise eines Produkts besser schon, bevor Du vor dem Aktionsschild im Laden stehst. Dann wirst Du schnell erkennen, ob Du es mit einem Schnäppchen zu tun hast oder nicht.
2. Neue Top-Produkte: oft Fehlanzeige bei Black-Friday-Deals
Mal ehrlich, würdest Du Deine «Cash Cow» einfach so bereitwillig rabattieren? Wohl kaum. Der Handel macht das natürlich auch nicht. Schliesslich will er ja möglichst viel Umsatz und Gewinn generieren. Das Resultat am Black Friday: Auf den Wühl- und Aktionstischen landen oftmals Produkte, die sowieso raus müssen – also Ladenhüter oder Auslaufmodelle.
Dass der Tag genutzt wird, um Regale und Lager zu leeren, ist verständlich. Hinzu kommt, dass auch nicht alle das neuste iPhone oder die Hose aus der aktuellen Winterkollektion wollen. Trotzdem lohnt es sich, genau hinzuschauen und sich nicht von den Rabatten beeindrucken zu lassen. Vielmehr solltest Du Dir die Frage stellen: Brauche ich dieses (veraltete) Produkt tatsächlich oder kaufe ich es nur, weil es vermeintlich günstig ist?

3. Rabattschlacht: vom Shopping-Rausch zum Shopping-Hangover
Vielleicht würdest Du jetzt argumentieren, dass Du am Black Friday sowieso nur Dinge kaufst, die schon lange auf Deiner Wunschliste stehen. Und jetzt ist die Möglichkeit da, dieses zu einem geringeren Preis anzuschaffen. Soweit so gut. Menschlich ist allerdings, dass wir bei der ganzen Rabattschlacht dazu tendieren, mehr als dieses eine Produkt zu kaufen. Denn die günstigen Preise aktivieren unser Belohnungssystem.
Die Ernüchterung nach dem Shopping-Rausch kommt dann auch ziemlich schnell. Greenpeace fand in einer Konsum-Studie zum Mode-Kaufverhalten heraus, dass die Euphorie schnell nachlässt. Die Hälfte der Befragten gab nämlich an, dass die Begeisterung über das Shopping-Ergebnis innerhalb eines Tages schon wieder verpufft ist. Greenpeace spricht gar von einem Shopping-Hangover, der nach dem Shopping-Rausch folgen kann.
4. Kein nachhaltiger Konsum: Schnäppchenjagd belastet Klima
Viele beabsichtigen im Alltag einem nachhaltigen Konsum nachzugehen: zum Beispiel mit dem Einkauf von Lebensmitteln aus biologischem Anbau, die zudem ökologisch verpackt sind. Der Black Friday widerspricht auf ganzer Linie dem Vorhaben, das Klima mit einem bewussteren Einkaufsverhalten zu schützen. Bei all den unnötigen Produkten, die gekauft werden, weil sie günstiger sind, werden Ressourcen verschlungen und es entstehen viele Abfälle. Manches doch nicht so brauchbare Produkt landet vielleicht sogar bald wieder in der Mülltonne.

Gegenbewegungen zum Black Friday gibt es schon seit den frühen 1990er-Jahren, gestartet mit dem «Buy Nothing Day» in Kanada. Dieser Aktionstag kam in den 2000er-Jahren auch nach Europa und wird hier üblicherweise am Tag nach dem Black Friday zelebriert. Mit dem «Green Friday» hat sich eine weitere Alternative zum Black Friday etabliert. Er will an einen nachhaltigen Konsum erinnern. Händler spenden dabei einen bestimmten Prozentsatz des Tagesumsatzes für nachhaltige Projekte.
5. Trends und Hypes: Warum Du nicht auf jeden Zug aufspringen solltest
Trends und Hypes beeinflussen Dein Kaufverhalten stärker, als Dir bewusst sein mag. Gerade während des Black Fridays wird dieser Effekt verstärkt: Produkte, die viral gehen, suggerieren, dass man sie jetzt sofort haben muss. Ein aktuelleres Beispiel ist die sogenannte Dubai-Schokolade, die über Social Media als luxuriöse Süssigkeit gehypt wird. Viele haben sie gekauft, ohne die Qualität oder den tatsächlichen Nutzen zu hinterfragen – allein der Hype hat die Kaufentscheidung ausgelöst.
Am Black Friday greifen dieselben Mechanismen. Die Verknappung von Angeboten («nur heute verfügbar») und das Gefühl, etwas zu verpassen, führen oft zu impulsiven Käufen, die später bereut werden. Dies wird durch Social Media noch verstärkt, da wir durch TikTok und Co. diesen Reizen ständig ausgesetzt sind. Doch nicht alles, was populär oder scheinbar ein Must-Have ist, ist wirklich notwendig oder sinnvoll. Statt auf jeden Trend aufzuspringen, solltest Du Dich fragen: Kaufe ich dieses Produkt, weil ich es wirklich brauche – oder nur, weil es gerade in aller Munde ist? Bewusstes Konsumieren ist nicht nur nachhaltiger, sondern spart auch Geld und schont im Fall der Dubai-Schokolade sogar Deine Gesundheit. 😉
Immer günstig und fair: Teleboy verzichtet auf Black-Friday-Deals
Ob Du am Black Friday auf Schnäppchenjagd gehst oder nicht, ist selbstverständlich Deine Entscheidung. Aus den genannten 5 Gründen verzichten wir bei Teleboy auf Black-Friday-Deals. Hinzu kommt, dass der Black Friday aus unserer Sicht in der Telko-Branche sowieso nichts zu suchen hat. Warum wir das so sehen, habe ich Dir in einem weiteren Artikel zusammengefasst.
Zum Schluss ist uns das noch wichtig zu erwähnen: Natürlich gibt es auch bei Teleboy hin und wieder Aktionen. Wir wollen es Nutzer:innen schliesslich ermöglichen, Produkte reduziert auszuprobieren. Aber solche Aktionen sind bei uns immer transparent und stehen in keinerlei Verbindung zu kuriosen Lockvogelangeboten oder undurchsichtigen Preisstaffelungen. Denn uns ist wichtig, dass wir Dir am Black Friday und an allen anderen Tagen auf teleboy.ch faire Angebote machen können.
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