Die Abzock-Tricks der Telko-Anbieter

von Ronnie Kohler

Der Grundgedanke, am Black Friday oder auch an anderen Aktionstagen letztjährige Waren vor dem Weihnachtsgeschäft aus den Regalen und Lagern zu bekommen, ist nachvollziehbar. Der Trend hat nun aber auch den Schweizer Telekommunikationsmarkt erreicht. Und das ist absurd, weil wir Telko-Anbieter mit Regalen und Lagern nun wirklich nichts zu tun haben. Es geht also nur um das Spiel mit der Psychologie des Menschen. Und das wirft auf die gesamte Branche kein gutes Licht. In diesem Artikel stellen wir Dir 4 typische Abzock-Tricks vor und sagen Dir, wie Du Dich davor schützen kannst.

1. Falsche Vergleiche: der unrealistische Ankerpreis (UAP)

Was sollte ein Internet-Abo mit Geschwindigkeiten bis zu 100 Mbit/s im Monat kosten? Um diese Frage beantworten zu können, brauchst Du eine Orientierungshilfe – also einen sogenannten Ankerpreis. Je schlechter Du Dich im Telko-Markt auskennst, desto leichter haben es die Anbieter. Sie versuchen Dir einen unrealistischen Ankerpreis (UAP) vorzugeben, um den angeblichen Top-Deal besser zu verkaufen. Diesen 2 Tricks begegnest Du auf den Websites oder auf Plakaten der Telkos immer wieder:

Trick 1: Der UAP ist schneller gesetzt, als Du denkst. Haben Telko-Anbieter teure Internet-Abos im Portfolio, wirkt das Abo, an dem Du eigentlich interessiert bist, automatisch günstig. Vor allem, wenn es direkt neben dem Aktions-Abo platziert wird. Für Telko-Anbieter lohnt es sich also alleine aus diesem Grund, teure, wenn auch umsatzschwache Angebote im Portfolio zu haben.

Trick 2: Wir kennen es alle: «Nur heute für CHF 49.– statt CHF 99.–!» Wow, zum halben Preis. Ist doch ein toller Deal, nicht? Keineswegs. Denn überhöhte unverbindliche Preisempfehlungen (UVP) oder unrealistische Vorher-Nachher-Preise lassen uns im Glauben, dass es sich hier um ein Top-Angebot handelt. UVPs sind aber meistens viel zu hoch angesetzt und widerspiegeln nicht den Marktpreis. Der Ankerpreis ist also völlig unrealistisch.

2. Achtung Kündigungszeitpunkt: Spekulation auf die Lethargie (SAL)

Bei der Spekulation auf Lethargie (SAL) setzt so mancher Telko-Anbieter auf die Gemütlichkeit der Leute. Leider immer wieder mit Erfolg. Ausgangspunkt ist: Die Wenigsten von uns haben generell Lust und Zeit, sich mit Telekommunikation auseinanderzusetzen. Die Abos stetig zu prüfen und zu vergleichen, ist vielen zu mühsam. Das ist ein Grund, warum viele Abonnent:innen zu viel für Internet, Mobile oder TV bezahlen.

Ganz schön ärgerlich: Wenn Du merkst, dass Dein Internet nach 6 Monaten teurer wird…

Einige Telko-Anbieter nutzen die Lethargie natürlich aus. Bestimmt siehst Du manchmal Aktionen für 6, 12 oder 24 Monate: «Im ersten Jahr monatlich nur CHF 19.–, danach CHF 39.–.» Wetten, dass sich ein grosser Teil der Schnäppchenjäger:innen keinen Reminder zur Kündigung vor Ende der Aktionszeit gesetzt hat? Davon profitieren diese Anbieter: Denn laut Vertrag wechselt man dann automatisch ins deutlich teurere «normale» Abo-Modell und bindet sich beispielsweise für weitere 12 Monate zum doppelten Preis. Leider geht die SAL-Strategie immer noch viel zu oft auf.

3. Teure Zusatzoptionen: Spekulation auf Upselling (SAU)

Gerade zum Black Friday unterbieten sich Telko-Anbieter mit Aktionen für einzelne Telko-Dienstleistungen: «Lebenslang Dein TV-Abo zum halben Preis!» Abgesehen davon, dass meistens auch hier ein UAP als Ausgangspreis angegeben wird, muss sich die Aktion ja für die Anbieter darüber hinaus lohnen. Hier kommt die Spekulation auf Upselling (SAU) zum Zuge.

Wenn Du jetzt Dein TV-Abo beim Anbieter abgeschlossen hast, ist es ja nur bequem, auch gleich Internet, Festnetz oder Mobile mit dazuzubuchen. Daran gibt es nichts auszusetzen. Vorsicht ist trotzdem geboten: Manche Telko-Anbieter sind von Anfang an auf Upselling aus und schwatzen Dir viel zu teure Zusatz-Abos auf. Damit ist der Sparpreis für das TV-Abo schnell wieder zunichtegemacht worden.

4. Ungewollte Zusatzleistung: Aufwertung mit Drittprodukt (ADP)

Ganz nach dem Motto «mehr ist mehr» tauchen an Aktionstagen immer wieder kuriose Deals auf. Es erinnert ans Werbefernsehen: Zusätzlich zum Abo werden Geschenke gemacht, die das Produkt aufwerten sollen. Der Klassiker: «Jetzt ein TV-Abo bestellen und Du erhältst kostenlos einen Fernseher dazu!» Noch schlimmer, wenn das Drittprodukt mit der eigentlichen Dienstleistung nichts zu tun hat. Dann wurde die ADP-Strategie auch noch schlecht umgesetzt. 

Sale, wo das Auge hinreicht – nicht nur an Aktionstagen, wie Black Friday oder Cyber Monday.

ADP ist oft erfolgreich, weil mehr Leistung zum gleichen Preis natürlich erstmal positive Gefühle auslöst. Lass Dich aber auch hier nicht täuschen. Bewerte erstens, ob der Aktionspreis überhaupt attraktiv ist und sei Dir bewusst, dass Du an einem TV-Abo interessiert bist – und nicht an einem TV-Gerät, das Du sehr wahrscheinlich auch gar nicht brauchst. Hinzu kommt, dass das Drittprodukt meistens ein Ladenhüter aus einer Kooperation mit einem Hersteller ist und darum sowieso raus muss.

Auch bei Telko-Aktionen gilt: genau hinschauen lohnt sich

Ob Black Friday, Cyber Monday oder wie die Aktionstage alle heissen: Willst Du an solchen Aktionstagen ein Internet-, TV- oder Mobile-Abo abschliessen, ist daran nichts auszusetzen. Unser Tipp: Schau lieber zwei- oder dreimal hin. Mit diesem Artikel wollten wir Dir aufzeigen, auf welche Signale Du achten solltest, damit Du keine schlechten Deals eingehst.

Natürlich gibt es auch bei Teleboy Aktionen, damit Interessierte ein Abo zu einem reduzierten Preis ausprobieren können. Für uns macht aber der Unterschied: Wir sind bei unseren Aktionen transparent und fair. Unsere Kund:innen können jederzeit aussteigen und sollen nicht durch Lockvogelangebote an Verträge gebunden werden, die sie nicht wollen.

Übrigens: Welche 4 Gründe für ein Abo von Teleboy sprechen, habe ich Dir in einem weiteren Artikel zusammengefasst.