4 Gründe, die gegen den Black Friday sprechen

von Ronnie Kohler

Wir kennen die Bilder aus den USA: Menschen stürmen Supermärkte und streiten sich um Elektrogeräte, Einrichtungsgegenstände und weitere rabattierte Produkte. Kein Wunder also, dass der Black Friday, der Freitag nach Thanksgiving, zu den umsatzstärksten Tagen gehört. Der Black Friday, dieses Jahr am 25. November, ist inzwischen auch jenseits des Atlantiks zu einem festen Bestandteil geworden. Nicht ohne Kritik. In diesem Artikel will ich Dir 4 Gründe nennen, die gegen den Aktionstag sprechen.

1. Black-Friday-Rabatte: Hochkonjunktur der Mondpreise

«Top-Deal: 50% günstiger!» Um die Werbung zur Rabattschlacht kommt man schlichtweg nicht herum. Und zugegebenermassen hören sich die Angebote auf den ersten Blick ja ganz gut an. Es lohnt sich aber, etwas genauer hinzuschauen. Denn die vermeintlich grosszügigen Rabatte orientieren sich oft an der unverbindlichen Preisempfehlung – abgekürzt UVP. Aus den 50% Rabatt werden dann deutlich weniger.

Grosszügige Rabatte? Schau besser zweimal hin…

Warum ist das so? Der UVP ist oft viel zu hoch angesetzt und taugt deshalb nicht als Vergleichspreis. Diese «Mondpreise» werden am Black Friday aber gleich reihenweise rausgehauen, um grosszügige Rabatte vorzutäuschen. Vergleiche deshalb die Preise eines Produkts besser schon, bevor Du vor dem Aktionsschild im Laden stehst. Dann wirst Du schnell erkennen, ob Du es mit einem Schnäppchen zu tun hast oder nicht.

2. Neue Top-Produkte: oft Fehlanzeige bei Black-Friday-Deals

Mal ehrlich, würdest Du Deine «Cash Cow» einfach so bereitwillig rabattieren? Wohl kaum. Der Handel macht das natürlich auch nicht. Schliesslich will er ja möglichst viel Umsatz und Gewinn generieren. Das Resultat am Black Friday: Auf den Wühl- und Aktionstischen landen oftmals Produkte, die sowieso raus müssen – also Ladenhüter oder Auslaufmodelle.

Dass der Tag genutzt wird, um Regale und Lager zu leeren, ist verständlich. Hinzu kommt, dass auch nicht alle das neuste iPhone oder die Hose aus der aktuellen Winterkollektion wollen. Trotzdem lohnt es sich, genau hinzuschauen und sich nicht von den Rabatten beeindrucken zu lassen. Vielmehr solltest Du Dir die Frage stellen: Brauche ich dieses (veraltete) Produkt tatsächlich oder kaufe ich es nur, weil es vermeintlich günstig ist?

Den neusten Top-Fernseher zum halben Preis? Am Black Friday eher Fehlanzeige.

3. Rabattschlacht: vom Shopping-Rausch zum Shopping-Hangover

Vielleicht würdest Du jetzt argumentieren, dass Du am Black Friday sowieso nur Dinge kaufst, die schon lange auf Deiner Wunschliste stehen. Und jetzt ist die Möglichkeit da, dieses zu einem geringeren Preis anzuschaffen. Soweit so gut. Menschlich ist allerdings, dass wir bei der ganzen Rabattschlacht dazu tendieren, mehr als dieses eine Produkt zu kaufen. Denn die günstigen Preise aktivieren unser Belohnungssystem.

Die Ernüchterung nach dem Shopping-Rausch kommt dann auch ziemlich schnell. Greenpeace fand in einer Konsum-Studie zum Mode-Kaufverhalten heraus, dass die Euphorie schnell nachlässt. Die Hälfte der Befragten gab nämlich an, dass die Begeisterung über das Shopping-Ergebnis innerhalb eines Tages schon wieder verpufft ist. Greenpeace spricht gar von einem Shopping-Hangover, der nach dem Shopping-Rausch folgen kann.

4. Kein nachhaltiger Konsum: Schnäppchenjagd belastet Klima

Viele beabsichtigen im Alltag einem nachhaltigen Konsum nachzugehen: zum Beispiel mit dem Einkauf von Lebensmitteln aus biologischem Anbau, die zudem ökologisch verpackt sind. Der Black Friday widerspricht auf ganzer Linie dem Vorhaben, das Klima mit einem bewussteren Einkaufsverhalten zu schützen. Bei all den unnötigen Produkten, die gekauft werden, weil sie günstiger sind, werden Ressourcen verschlungen und es entstehen viele Abfälle. Manches doch nicht so brauchbare Produkt landet vielleicht sogar bald wieder in der Mülltonne.

Der Kampf um vermeintlich günstige Angebote ist alles andere als nachhaltig.

Gegenbewegungen zum Black Friday gibt es schon seit den frühen 1990er-Jahren, gestartet mit dem «Buy Nothing Day» in Kanada. Dieser Aktionstag kam in den 2000er-Jahren auch nach Europa und wird hier üblicherweise am Tag nach dem Black Friday zelebriert. Mit dem «Green Friday» hat sich eine weitere Alternative zum Black Friday etabliert. Er will an einen nachhaltigen Konsum erinnern. Händler spenden dabei einen bestimmten Prozentsatz des Tagesumsatzes für nachhaltige Projekte.

Immer günstig und fair: Teleboy verzichtet auf Black-Friday-Deals

Ob Du am 25. November auf Schnäppchenjagd gehst oder nicht, ist selbstverständlich Deine Entscheidung. Aus den genannten 4 Gründen verzichten wir bei Teleboy auf Black-Friday-Deals. Hinzu kommt, dass der Black Friday aus unserer Sicht in der Telko-Branche sowieso nichts zu suchen hat. Warum wir das so sehen, habe ich Dir in einem weiteren Artikel zusammengefasst.

Zum Schluss ist uns das noch wichtig zu erwähnen: Natürlich gibt es auch bei Teleboy hin und wieder Aktionen. Wir wollen es Nutzer:innen schliesslich ermöglichen, Produkte reduziert auszuprobieren. Aber solche Aktionen sind bei uns immer transparent und stehen in keinerlei Verbindung zu kuriosen Lockvogelangeboten oder undurchsichtigen Preisstaffelungen. Denn uns ist wichtig, dass wir Dir am Black Friday und an allen anderen Tagen auf teleboy.ch faire Angebote machen können.