5G in der Schweiz – wo stehen wir?

von Ronnie Kohler

5G: Die neuste Mobilfunktechnologie ist in aller Munde. Sie wird schon heute von vielen Menschen in der Schweiz genutzt. Möglicherweise surfst auch Du bereits mit Deinem Smartphone im 5G-Netz. Trotzdem wird hierzulande noch rege über den 5G-Ausbau diskutiert. Warum eigentlich? Die Antwort dazu und welche Verbesserungen die neuste Mobilfunktechnologie für die Industrie und uns Konsument:innen bringt, erzähle ich Dir in diesem Artikel.

Die neuste Mobilfunktechnologie: Was ist eigentlich 5G?

Alles der Reihe nach. Zunächst stellt sich natürlich die Frage, was wir unter 5G überhaupt verstehen. Wie es die Bezeichnung bereits erraten lässt – 5G steht für die fünfte Generation des Mobilfunks. Damit ist 5G der Nachfolger von 4G, auch als Long Term Evolution (LTE) bekannt. Kurzum: 5G ist der neuste Mobilfunkstandard und verspricht nicht zuletzt mit höherer Geschwindigkeit die digitale Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft zu unterstützen. 5G ist also viel mehr als schnelles Surfen mit dem Smartphone.

Schon heute fast in der ganzen Schweiz möglich: Surfen mit 5G. ©ArtistGNDphotography/iStock

5G unterscheidet sich von 4G also zunächst durch die wesentlich schnellere Datenübertragung. Die Zahlen sprechen für sich: Mit der neuen Mobilfunktechnologie sind Geschwindigkeiten bis zu 10 Gbit/s möglich. Das ist gemäss BAKOM bis zu 100-mal schneller als im 4G-Netz. Für Dich bedeutet das viel schnelleres Surfen im Mobilfunknetz. Aber auch die Qualität von Streaming und Gaming rückt auf ein ganz neues Level. Ruckelige Bilder oder Unterbrüche gehören mit 5G definitiv der Vergangenheit an.

5G  höhere Geschwindigkeit, kürzere Reaktionszeit, mehr Kapazitäten

Neue Massstäbe setzt 5G aber nicht nur in Sachen Geschwindigkeit. Denn die Reaktionszeit – die sogenannte Latenzzeit – ist ebenfalls bedeutend geringer. Mit 5G befinden wir uns hier im Millisekunden-Bereich. Das ist nahezu Echtzeit. Was sich für Deinen Alltag vielleicht erstmal nicht so entscheidend anhört, ist die Grundlage vieler Technologien, die in naher Zukunft einen Schub erhalten werden. Und dafür benötigen sie ein stabiles 5G-Netz. Stichwort: «Autonomes Fahren». Ohne eine extrem kurze Latenzzeit kann die Sicherheit im Strassenverkehr nicht garantiert werden. Die geringe Reaktionszeit ist aber auch für die Industrie interessant. Wahrscheinlich kennst Du den Begriff «Internet der Dinge». In Produktionshallen können vernetzte Maschinen mithilfe des 5G-Netzes beinahe in Echtzeit aufeinander abgestimmt werden.

Die Maschine steuert durch den Stadtverkehr: Autonomes Fahren bedingt ein stabiles 5G-Netz. ©azerbaijan_stockers/freepik

Apropos «Internet der Dinge»: Ein weiterer entscheidender Vorteil von 5G sind die grösseren Kapazitäten. Denn die Vernetzung verschiedener Geräte – oder eben Industriemaschinen – erfordert nicht nur diese kurzen Latenzzeiten. Sie benötigt auch entsprechende Kapazitäten, um die immensen Datenmengen gleichzeitig zu übermitteln. Und auch für Deinen Alltag hat die Kapazitätserweiterung einen direkten Einfluss. Vielleicht kennst Du die Situation im Fussballstadion oder im Konzertsaal: Die WhatsApp-Nachricht will einfach nicht durchgehen. Das Netz ist überlastet, weil viele gleichzeitig darauf zugreifen wollen. Auch das ist mit einer ausgebauten 5G-Infrastruktur kein Thema mehr.

Möglichkeiten noch nicht genutzt: Braucht die Schweiz den 5G-Ausbau?

Zurück zu den Geschwindigkeiten bis zu 10 Gbit/s. Das hängt so manche Internetverbindung zuhause locker ab. Hört sich gut an! Das Problem: Tatsächlich sind zwar bereits heute hohe Geschwindigkeiten möglich, 10 Gbit/s im gegenwärtigen 5G-Netz bleibt aber noch Theorie. Swisscom spricht aktuell von maximal 2 Gbit/s im 5G-Netz. Die Strahlenschutz-Grenzwerte in der Schweiz sind wesentlich strenger, als die World Health Organisation (WHO) empfiehlt. Auch dadurch sendet die hiesige Infrastruktur mit weniger Leistung.

Eine Lösung zur Optimierung des 5G-Netzes ist der Bau neuer Antennen. Doch das ist umstritten. Das zeigen zum einen die vielen Einsprachen, die den Bau von Mobilfunkanlagen blockieren. Zum anderen unterstreicht eine aktuelle Umfrage des Vergleichsdienstes Comparis, dass sich die Schweizer Bevölkerung uneins ist. Denn rund die Hälfte spricht sich für einen Ausbau aus, fast genauso viele sind dagegen. Warum ist der Widerstand so gross? Immer wieder werden gesundheitliche Bedenken mit Blick auf die Strahlenbelastung als Begründung gegen den Ausbau angeführt.

Sie stehen im Fokus der Diskussionen: Mobilfunk-Antennen. ©Freepik

Der Bundesrat sieht keine neuartigen Gefahren für Mensch und Natur durch 5G und spricht sich für einen raschen Ausbau aus. Rund 7‘500 sogenannte adaptive Antennen sollen vielmehr die Strahlung direkter zu den Nutzer:innen führen und somit besser kanalisieren. Das ist ein grosser Vorteil gegenüber konventionellen Mobilfunkt-Antennen, die ihre Strahlung gleichmässig verteilen. Wie lange es schlussendlich dauern wird, bis das 5G-Netz in der Schweiz spürbar optimiert worden ist, lässt sich heute noch nicht zuverlässig prognostizieren.

Mit Teleboy Mobile im 5G-Netz unterwegs

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