Hoch hinaus – Hollywoods Superstars der Zukunft

von Ronnie Kohler

Meryl Streep, Nicole Kidman, Leonardo DiCaprio – Namen, die wohl jeder kennt, selbst wenn man nur wenig für Filme übrig hat. Seit Jahrzehnten begeistern uns diese Hollywood-Superstars, schenken uns spannende, emotionale Momente und lassen uns die Welt um uns herum für kurze Zeit vergessen. Dass es an starkem Schauspielnachwuchs keineswegs mangelt, möchte dieser Artikel am Beispiel mehrerer aufstrebender Darsteller:innen zeigen. Zu den neuen Hollywood-Hoffnungen gehört zweifelsohne Timothée Chalamet, der 2017 seinen Durchbruch mit dem feinfühligen Liebesdrama «Call Me by Your Name» feierte, das am 19. Mai auf SRF 1 zu sehen ist. Im Folgenden werfen wir einen Blick auf ihn und einige Kolleg:innen, von denen wir in Zukunft noch viel hören und sehen werden.

Timothée Chalamet

Sein Name verrät es bereits: Der 1995 in New York geborene Timothée Chalamet hat dank seines Vaters französische Wurzeln und besitzt neben der US-amerikanischen auch die französische Staatsbürgerschaft. Obschon der drahtige, androgyne Jungschauspieler bereits vor seiner Mitwirkung in Luca Guadagninos gefeierter Romanverfilmung «Call Me by Your Name» (2017) in einigen Werken, darunter Christopher Nolans Grossproduktion «Interstellar» (2014) zu sehen war, erlangte er erst durch die ungemein sensible inszenierte Coming-of-Age-Romanze zwischen einem Teenager und einem etwas älteren Doktoranden weltweite Bekanntheit.

Ebenfalls 2017 überzeugte Chalamet als love interest der Titelheldin in Greta Gerwigs Tragikomödie «Lady Bird». Eine nachhallende Perfomance lieferte er auch in Felix Van Groeningens auf wahren Begebenheiten beruhendem Drama «Beautiful Boy» (2018) ab, in dem er mit schmerzhafter Eindringlichkeit einen drogenabhängigen jungen Mann spielt, dessen Vater (Steve Carell) zwischen tiefer Zuneigung und Verzweiflung schwankt. In der 2019 veröffentlichten Literaturadaption «Little Women» stand er ein zweites Mal für Greta Gerwig vor der Kamera und füllte seinen Part als melancholischer Herzensbrecher mit Gespür für feine Zwischentöne aus.

Durchbruch zum Superstar: Timothée Chalamet (r.) in Call Me by Your Name. ©Praesens Film

Nach vielen eher intimeren Filmen übernahm der Shootingstar die Hauptrolle in Denis Villeneuves heiss erwartetem Science-Fiction-Epos «Dune» (2021), das auf der Arbeit von Kultautor Frank Herbert basiert. Chalamets weiche Gesichtszüge und seine stets etwas verletzlich wirkenden Ausdrücke passen perfekt zum Protagonisten, dem Thronfolger eines Adelshauses, der in einer fernen Zukunft inmitten eines erbitterten Machtkampfes nach seiner Bestimmung sucht.

Faszinierend ist der gebürtige New Yorker freilich nicht nur wegen seiner Darbietungen. Auch sein modisch unkonventionelles Auftreten in der Öffentlichkeit zieht einen in den Bann. Inzwischen hat er sich als eine Gendergrenzen durchbrechende Stilikone etabliert, wie seine jüngste Oscar-Garderobe beweist. Timothée Chalame steht für eine neue moderne Männlichkeit: sensibel, grüblerisch und oft zerrissen.

Zendaya

Zur Welt kam Zendaya Maree Stoermer Coleman, wie der Shootingstar mit vollem Namen heisst, 1996 im kalifornischen Oakland. Ihre ersten Erfahrungen mit der Schauspielerei sammelte sie in kleineren Theaterproduktionen. Nach einigen Modelengagements wurde sie als Teenagerin für die Disney-Serie «Shake It Up» (2010-2013) gecastet und ergatterte später die Hauptrolle in der Spionage-Sitcom «K. C. Undercover» (2015-2018). Schon zu dieser Zeit trat sie parallel immer wieder als Sängerin in Erscheinung.

Weltweites Aufsehen erlangte Zendaya durch den Comic-Blockbuster «Spider-Man: Homecoming» (2017) – am 21. Mai 2022 auf VOX zu sehen – in dem sie Michelle Jones, den Schwarm des titelgebenden Superhelden, verkörpert. Den Part der kurz MJ genannten Jugendlichen füllte sie mit einer erfrischenden Leichtigkeit auch in den beiden Nachfolgern «Spider-Man: Far From Home» (2019) und «Spider-Man: No Way Home» (2021) aus.

Neuer Hollywood-Star: Zendaya in «Spider-Man: Homecoming». © Sony Pictures Releasing Switzerland GmbH

Futter für die Presse ist ihr Privatleben, seitdem offiziell bestätigt wurde, dass sie und Spider-Man-Kollege Tom Holland ein Paar sind. Ihre bislang wohl herausforderndsten Rolle sicherte sich die Kalifornierin in der seit 2019 laufenden HBO-Serie «Euphoria». Nuanciert und ergreifend zeichnet Zendaya hier das Charakterbild einer drogenabhängigen Schülerin auf der Suche nach ihrem Platz in der Welt. Im Jahr 2020 erhielt sie für ihre Performance keineswegs unverdient einen Primetime Emmy Award und avancierte damit zur jüngsten Preisträgerin in der Geschichte dieser Veranstaltung. Ihren Status als aufstrebender Filmstar nutzt die Tochter eines Afroamerikaners übrigens des Öfteren, um auf die leider nach wie vor mangelnde Diversität in Hollywood hinzuweisen.

Awkwafina

1988 kam Awkwafina als Nora Lum in New York zur Welt. Bereits im Alter von 13 Jahren entdeckte sie ihre Leidenschaft für den Rap. Auf YouTube erzielte ihr Song «My Vag» 2012 eine hohe Reichweite und beförderte sie von jetzt auf gleich ins Rampenlicht. Nach der Veröffentlichung weiterer Musikstücke wendete sie sich ab 2016 auch vermehrt der Schauspielerei zu. Zunächst trat sie in Nebenrollen auf, darunter im stargespickten Heist-Movie «Ocean’s 8» (2018), einem Spin-off und Sequel von Steven Soderberghs «Ocean‘s»-Trilogie.

Ihren ersten grossen Filmerfolg feierte Awkwafina, die selbst chinesische und koreanische Wurzeln hat, mit «The Farewell» (2019), einer Tragikomödie über eine sino-amerikanische Familie. Bei den Golden Globe Awards 2020 konnte sie für ihre Performance den Preis als beste Hauptdarstellerin in der Kategorie «Komödie/Musical» einstreichen. Ab 2019 wagte die vielseitige, sich für asiatische Repräsentation starkmachende Künstlerin immer häufiger den Schritt ins Blockbusterkino Hollywoods. Neben einem Part im Fantasy-Abenteuer «Jumanji: The Next Level» (2019) übernahm sie eine tragende Sprechrolle in Disneys Animationsstreifen «Raya und der letzte Drache» (2021).

Awkwafina (2. v. r.) im Hollywood-Blockbuster «Jumanji: The Next Level». © Sony Pictures Releasing Switzerland GmbH

In Marvels Superheldenspektakel «Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings» (2021) avancierte Awkwafina mit ihrem rauen Charme und ihrem ausgeprägten Gespür für Situationskomik zum gar nicht mal so heimlichen Star des Films. An ihrem Feuer und ihrer Lässigkeit werden wir sicherlich noch sehr viel Freude haben.

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