Diese Schweizer Filme musst Du gesehen haben

von Marketing

Das Schweizer Kino ist vielfältig und überzeugt immer wieder mit Produktionen, die über die Landesgrenzen hinaus erfolgreich sind. Gemeinsam mit der Cineman-Redaktion stellen wir Dir insgesamt 10 Schweizer Filme vor, die Du aus unserer Sicht unbedingt gesehen haben musst.

«More Than Honey» (2012)

Der Ausdruck «fleissig wie die Bienen» kommt nicht von ungefähr. Zu Abertausenden schwirren Honigbienen von Blüte zu Blüte. Sie bestäuben und sammeln Nektar. Bis zu 3’000 Blüten besucht eine Biene am Tag. Der Honig ist die eine Sache, die Bestäubung eine andere. Letztere ist für unsere Lebensmittel eine existentielle. Doch immer häufiger hören wir vom grossen Bienensterben.

Gewann auch in Deutschland und Österreich Preise: der Schweizer Dokufilm «More Than Honey». ©Frenetic Films

Bei «More Than Honey» steht deshalb nicht die Produktionstätigkeit der Honigvölker im Mittelpunkt. Vielmehr stellt der Schweizer Film die Frage: Warum sterben zahlreiche Bienenvölker und was bedeutet das für uns? Regisseur Markus Imhoof ist dieser Frage in seinem Dokumentarfilm nachgegangen. Er bringt gleichwohl Erwartetes und Erstaunliches zutage, von der Schweiz bis Australien. Imhoofs faszinierender Film ist ein beherzter Umweltbeitrag der denkwürdigen Art, bestückt mit beeindruckenden Aufnahmen wie aus einem Star Wars-Film.

Cineman-Kritik: 4 von 5 ★

Der Film kann auf Teleboy in der Community ausgeliehen werden.

«Die göttliche Ordnung» (2017)

Von Männern gemacht und hochgehalten, schien «Die göttliche Ordnung» unanfechtbar. In Europa war das Frauenstimmrecht längst Wirklichkeit. In der Schweiz wurde die männliche Politdomäne erst 1971 erschüttert. Petra Volpe hat über aufmüpfige Frauen im Appenzellerischen einen beherzten Spielfilm gedreht. Die Frauen setzten sich für das Frauenstimmrecht in der Schweiz ein, ohne selber abstimmen zu dürfen. Die göttliche Ordnung wird unterhöhlt. Volpe greift ein altes Thema auf, das so lange noch nicht zurückliegt. Der Schweizer Film ist stimmig, amüsant kämpferisch und ganz und gar nicht bierernst.

Zählt zu den erfolgreichsten Schweizer Kinofilmen: «Die göttliche Ordnung». ©Filmcoopi

Gedreht hat Volpe ihren Film hauptsächlich in Trogen, aber auch in Herisau, Auenstein, im Kanton Aargau und in Zürich. Dass dies sprachlich nicht astrein klingt, verzeiht man gerne. Mit 3,3 Millionen Franken gehört der Film zu den eher günstigen Produktionen und wurde komplett in der Schweiz finanziert. Er gewann an den Solothurner Filmtagen 2017 den «Prix de Soleure». Wie schon der Titel «Die göttliche Ordnung» andeutet, findet man in Volpes historisch verankertem Spielfilm auch ironische und humorvolle Zwischentöne. Es gelingt ihr spielerisch, ein ernstes Thema stimmig und menschlich zu erzählen. Keine Schulstunde, sondern eine liebenswürdige, aber einsichtige Rückbesinnung und Erinnerungsarbeit.

Cineman-Kritik: 4 von 5 ★

Der Film kann auf Teleboy in der Community ausgeliehen werden.

«Moskau Einfach!» (2019)

Micha Lewinsky stellt mit «Moskau Einfach!» eine leichtfüssige Schweizer Komödie vor, die im Herbst 1989 spielt. Sie dreht sich um einen Polizeibeamten, der mit der Überwachung der vermeintlich links unterwanderten Zürcher Theaterszene betraut wird und sich in eine Schauspielerin verliebt. Obwohl man dem auf dem «Fichenskandal» beruhenden Film stellenweise Verharmlosung vorwerfen kann, überzeugt er insgesamt durch historisch sorgfältige Einbettung. Ebenso durch seine beschwingte Erzählweise, spielfreudige Schauspieler und des Regisseurs Flair für Situationskomik und pointierten Humor.

Viel Humor auch bei einem schwierigem Thema: «Moskau Einfach!» von Regisseur Micha Lewinsky. ©Vinca Film

Der «Fichenskandal» hatte für viele Betroffene zweifelsohne tragische Folgen, dennoch ist der Tonfall im Film heiter. Die Dialoge sind spritzig, die Situationen köstlich komisch. Philippe Graber in der Hauptrolle ist sensationell und Mike Müller hält ihm als Marogg souverän die Stange. Miriam Stein singt in einer der schönsten Szene des Films «La petite Gilberte de Courgenay» so inbrünstig, wie dereinst Anne-Marie Blanc im fast gleichnamigen Film. Obwohl vielleicht ein Hauch zu nostalgisch, ein bisschen zu harmlos, ist «Moskau Einfach!» eine herzhaft beschwingte und grossartig amüsante Schweizer Polit-Komödie.

Cineman-Kritik: 4.5 von 5 ★

Der Film kann auf Teleboy in der Community ausgeliehen werden.

«Spagat» (2020)

Christian Johannes Koch erzählt von den fatalen Folgen, welche die Beziehung einer Schweizerin mit einem sich illegal in den Schweiz aufhaltenden Ukrainer auf ihre beiden Familien hat. Das phasenweise hoch emotionale Drama verortet sich im Schweizer Mittelland und Mittelstand. Der Schweizer Film überzeugt durch tolle schauspielerische Leistungen ebenso wie durch eine gegenwärtige Erzählweise. Koch greift brennende Themen wie Asylpolitik, Mehrklassengesellschaft und persönliche Moral locker auf.

Koch hat «Spagat» aus der Sicht Marinas aufgezogen, erzählt de facto aber viele verschiedene Geschichten. Diejenige von Ulyana, die sich in der Schweiz zuhause fühlt, aber als Kunstturnerin offiziell nicht brillieren darf. Die von Artem, der seine Träume platzen sieht. Diejenigen von Marinas Mann und Tochter, die, obwohl von ihr hintergangen, nicht anders können als Marinas Bemühungen, das Schlamassel wieder gut zu machen, zu unterstützen. Nicht zuletzt diejenige von Marina, die unbeabsichtigt Unheil anrichtet.

Feierte am Internationale Filmfestival von San Sebastián Weltpremiere: der Schweizer Film «Spagat». ©Frenetic Films

Koch erzählt sehr direkt, konzentriert auf gegenwärtige Situationen und die jeweiligen Szenen, die Emotionen seiner Figuren. Sein Film lebt vom starken Spiel der Hauptdarstellerin Rachel Braunschweig ebenso wie von der Natürlichkeit, mit der Nellie Hächler und Masha Demiri in ihrem Filmdebüt vor der Kamera agieren. Ein klein wenig bedauerlich ist, dass in diesem von einem Mann gedrehten «Frauenfilm» die beiden Männer, die mit Marina eine Beziehung unterhalten, ihr nie ganz auf Augenhöhe begegnen.

Cineman-Kritik: 4 von 5 ★

Der Film kann auf Teleboy in der Community ausgeliehen werden.

«Platzspitzbaby» (2020)

Pierre Monnards Drama um eine Halbwüchsige, die bis zur Erschöpfung um die Liebe ihrer drogenabhängigen Mutter kämpft, geht unter die Haut. «Platzspitzbaby» beruht lose auf einem autobiografischen Buch von Michelle Halbheer. Der Schweizer Film schildert unbeschönigt Zürichs Drogenmilieu Mitte der 1990er-Jahre. Er überzeugt vor allem aber durch die starken Leistungen seiner beiden Hauptdarstellerinnen. Sarah Spale («Wilder») überzeugt in der Rolle der drogensüchtigen Mutter mit einer Parforce-Leistung sondergleichen. Ebenso Luna Mwezi in ihrer ersten Kinorolle.

War 2020 der erfolgreichste Kinofilm in der Schweiz: «Platzspitzbaby». ©Elite Film

Die elfjährige Mia zieht bei der Schliessung der offenen Zürcher Drogenszene 1995 mit ihrer drogenabhängigen Mutter in ein Dorf im Zürcher Oberland. Für eine kurze Weile scheint es, als würde die Mutter ihre Sucht in den Griff bekommen. Mia geht zur Schule, findet Anschluss an eine lokale Jugendbande und schliesst neue Freundschaften. Doch dann wird Sandrine rückfällig. Obwohl Mia mit aller Kraft um ihre Mutter kämpft, beginnt die Situation zunehmend zu eskalieren.

Cineman-Kritik: 4.5 von 5 ★

Der Film kann auf Teleboy in der Community ausgeliehen werden.

Auf Cineman.ch stellen wir Dir 5 weitere erfolgreiche Schweizer Filme vor: Jetzt weiterlesen!