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Liebeserklärung an Brigitte Bardot

Fr, 05.06.2015, Yvonne Lichtsteiner

Obwohl Brigitte Bardot in über 40 Filmen mitwirkte, war sie nie primär für ihre Rollen, sondern vor allem für ihr Aussehen bekannt. In den 1960er-Jahren verdrehte sie mit ihrer blonden Mähne und ihrem Schmollmund der halben Welt den Kopf und ist nach Marylin Monroe die wohl bekannteste Filmblondine der Welt.

Mit den Waffen einer Frau, 7.6., 20:15 Uhr, Arte

Ihre Blütezeit hatte die schöne Französin Brigitte Bardot in den 1960er-Jahre. Damals lagen ihr die Männer reihenweise zu Füssen: Egal ob Bob Dylan, Serge Gainsbourg, Andy Warhol oder Gunter Sachs, alle verfielen sie der «BB». Verständlicherweise, schliesslich wusste sie sich auf der Leinwand perfekt in Szene zu setzen - vorzugsweise leichtbekleidet und lasziv. So avancierte sie schnell zum internationalen Sex-Symbol und brachte sogar den Papst um den Verstand. Dieser liess sie 1958 zur «Inkarnation der Sünde» erklären. Auf eine besonders lange Karriere kann die 1934 in Paris geborene Brigitte Anne-Marie Bardot eigentlich nicht blicken, auf herausragende filmische Errungenschaften auch nicht. Bekannt wurde sie vor allem durch ihr Aussehen und ihr Talent, sich in den Armen und Betten der richtigen Männer wiederzufinden. So heiratete sie mit 18 Jahren den Filmemacher Roger Vadim, der ihr die Hauptrolle in «Und immer lockt das Weib» auf den Leib schrieb. Das Regiedebüt ihres damaligen Gatten begründete 1956 den «Mythos Brigitte Bardot».

Mit weiteren Filmen wie Mit den Waffen einer Frau (7. Juni, 20:15 Uhr, Arte), «Die Wahrheit» von Henri-Georges Clouzot oder «Die Verachtung» von Jean-Luc Godard schrieb Bardot Filmgeschichte. Keine andere Schauspielerin verströmte zu dieser Zeit mehr Sexappeal auf der Leinwand und gehörte zu den begehrtesten Frauen der Welt. Auch Serge Gainsbourg fand grossen Gefallen an der schönen Bardot. Er schrieb 1967 «Je t'aime... moi non plus», das schweisstreibendste aller Chansons extra für sie. Daraus wurde allerdings nichts, weil Bardots damaliger Gatte, Gunter Sachs, ihr verboten hatte, das Lied mit Gainsbourg aufzunehmen.

1973 kam dann plötzlich der Bruch: Mit gerade einmal 39 Jahren beendete sie ihre Karriere als Schauspielerin, mit 40 wollte sie keine Filme mehr drehen. Heute ist Brigitte Bardot 80 Jahre alt und lebt zurückgezogen und alleine in ihrem abgelegenen Anwesen an der Côte d'Azur. Nach vier Ehen, unzähligen Affären und vier Selbstmordversuchen - durch Gas, Rasierklingen, das Meer und Tabletten - fand sie als Tierschutzaktivistin eine neue Rolle. So sagte sie einmal, dass sie ihre Jugend und Schönheit der Männerwelt gab und ihr Wissen und ihre Erfahrungen, dem besseren Teil von ihr, nun den Tieren widmen will.

Ihr Image als Sex-Symbol wird Bardot aber nie ganz los: Die einstige Diva bleibt bis heute Inbegriff sexueller Freizügigkeit und entfesselter Sinnlichkeit. Und ihr unverkennbarer Look mit den langen, blonden Haaren, dem Schmollmund und dem perfekt geschwungenen Lidstrich ist noch immer en vogue - auch nach bald 40-jährigem Leinwand-Ruhestand. Wer die einstige Film-Diva noch einmal in ihren grössten Filmmomenten sehen will, dem ist der Dokumentarfilm BB, eine Liebeserklärung (7. Juni, 22:10 Uhr, Arte) zu empfehlen. Bardot gewährte dem Filmemacher David Teboul freien Zugang zu ihren Familienarchiven, was das Porträt ungemein intim wirken lässt.

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