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Angelina Jolie: Die Extreme

Mi, 08.04.2015, Yvonne Lichtsteiner

Entweder man liebt sie, oder man hasst sie: Angelina Jolie spaltet die Geister, allen Dingen voran ihr extremer Lebensstil, der weit von der Normalität abweicht. Doch hinter der Fassade der knallharten Powerfrau steckt ein grosses Herz, das allerdings allzu oft im Schlagzeilen-Meer von Klatschblättern untergeht...

Tomb Raider 2, 17.04., 20:15 Uhr, RTL2

Extrem, extremer, Angelina Jolie! Mit ihren vollen Lippen, den grünen Katzenaugen und ihren weiblichen Kurven ist die Schauspielerin für viele ein Sexsymbol und die Traumfrau schlechthin - auch mit fast 40 Jahren. Nichts, was sie macht, tut sie mit angezogener Handbremse. Und ein Hang zum Extremen hatte sie schon immer: Egal ob bei ihren Filmrollen, in ihrer Rolle als Mutter von einem halben Dutzend Kindern, ihrem enormen humanitären Engagement als Sondergesandte der UN-Flüchtlingshochkommission oder ihrer eher radikalen Lebenseinstellung.

Dass die in Los Angeles in eine Schauspieler-Familie Geborene schon in der Jugend extrem war, zeigte sich in ihrer ersten Berufswahl. Sie wollte nicht Schauspielerin werden, vielmehr antizipierte sie eine Karriere als Bestattungsunternehmerin. Die eine Idee aus dem Kopf geschlagen, entdeckte Jolie später eine neue Leidenschaft: Messer. Sie begann, sich selbst Schmerzen und Verletzungen zuzufügen und erklärte später in einem Interview, dass dies dazu diente, mit ihrem auto-aggressiven Verhalten umzugehen, das durch die Scheidung ihrer Eltern begünstigt worden sei. Nicht verwunderlich also, dass es die Waffennärrin auch bei ihren Filmrollen schon immer primär zu Charakteren zog, die mit Waffen umzugehen wussten. Doch nicht nur das zieht sich durch ihr privates sowie professionelles Leben, genauso auch der Hang, sich in ihre männlichen - ab und zu auch weiblichen - Schauspiel-Kollegen zu verlieben. So war dies gleich bei einer ihrer ersten Film-Engagements der Fall: In «Hackers» (1995) spielte sie eine weibliche Hackerin, die im durchsichtigen Top versuchte, in fremde Computer einzudringen. Dabei lernte sie ihren ersten Ehemann, Jonny Lee Miller, kennen. Lange dauerte die Liaison allerdings nicht, und zwischen Ehemann Nummer 1 und Nummer 2 lagen gerade einmal ein Jahr und die beiden Filme Playing God (21.04., 00:25 Uhr, Tele5) sowie «Gia». In letzterem mimte Jolie das lesbische Supermodel Gia Carangi, dessen Leben von Sex und Drogen bestimmt ware und im AIDS-Tod endete. Diese Rolle brachte der Schauspielerin, die lange nur als Tochter von Schauspiel-Koryphäe Jon Voight bekannt war, erste Aufmerksamkeit. Jolie bewies in jenem Film erstmals Tiefgang.

Bei den Dreharbeiten zu «Pushing Tin» (1999) lernte Angelina Jolie dann ihren zweiten Ehemann, den 20 Jahre älteren Schauspieler Billy Bob Thornton, kennen und lieben. Im gleichen Jahr gelang ihr der Durchbruch mit Girl, Interrupted. Für die Rolle der Psychopathin Lisa erntete Jolie einen Oscar und etablierte sich damit endgültig in Hollywood. 2001 übernahm Angelina Jolie schliesslich ihre bis heute wohl bekannteste Rolle: Als schlagfertiger, prallbusiger, fleischgewordener Männertraum schlüpfte sie in die kurzen Hosen der Videospiel-Heldin Lara Croft und verkörperte diese in zwei Ablegern: «Lara Croft: Tomb Raider» und Lara Croft - Tomb Raider: Die Wiege des Lebens (17.04., 20:15 Uhr, RTL2). Bei den Dreharbeiten zu den Tomb-Raider-Filmen verliebte sich die Schauspielerin abermals - dieses Mal aber in einen kleinen kambodschanischen Jungen, den sie kurzerhand adoptierte. Ab diesem Zeitpunkt probierte die frischgebackene Mutter alles aus: Abenteuer mit Jenseits aller Grenzen, Thriller mit Taking Lives, Historiendrama mit Alexander oder erotische Romanze mit Original Sin (11.04., 21:15 Uhr, StarTV). Bei den Dreharbeiten zu «Mr. & Mrs. Smith» verliebte sich Jolie ein drittes Mal in einen ihrer Schauspiel-Kollegen: Mit Brad Pitt ist sie heute noch verheiratet und hat mit ihm insgesamt sechs Kinder. Ohnehin scheint er sie geerdet zu haben. Denn ab da konzentrierte sich die Schauspielerin vermehrt auf ernstere Projekte. Auf die Tränendrüse drückte sie 2007 zum Beispiel mit «A Mighty Heart» und 2008 mit «Der Fremde Sohn».

In ihrem ersten Eigenprojekt, dem Kriegsdrama In the Land of Blood and Honey (23.04., 00:15 Uhr, SRF1) erzählte sie 2011 die Liebesgeschichte zwischen einer Frau und ihrem Vergewaltiger während des Bosnienkrieges von 1992 bis 1995. Dieses Jahr wird «By the Seas», ihr zweites Eigenwerk auf den Kinoleinwänden erwartet. Komplett vom Extremen gelöst, hat sich Angelina Jolie dennoch nicht, erst kürzlich sorgte sie mit neuen Schlagzeilen für Furore. Als extreme Krebs-Vorbeugung liess sie sich nicht bloss beide Brüste amputieren, sondern auch ihre Eierstöcke entfernen. Eine Entscheidung, die bei vielen Frauen für Kopfschütteln sorgte - aber die auch als extrem mutig empfunden wird.

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