Deutschland-Saga ©
Sonntag, 25. Februar • 12:05 - 12:50

Deutschland-Saga

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D 2015

Warum gilt die Romantik als Wegbegleiter der Deutschen? Warum haben letztlich Dichter und Denker die Nation der Deutschen erfunden? Und was ist dran am Begriff der Kulturnation? Diese Fragen begleiten Christopher Clark auf seiner Reise in der vierten Folge der "Deutschland-Saga". Was hat Philosophen wie Kant, Marx, Nietzsche oder Adorno bewegt bei ihrer Reflexion und Kritik gesellschaftlicher Zustände? "Da steh' ich nun, ich armer Tor und bin so klug als wie zuvor." Die ewige Suche nach den letzten Gründen, nach dem, "was die Welt im Innersten zusammenhält" - Goethes "Faust" brachte es als Symbolfigur für deutsches Streben nach dem Absoluten zu internationalem Ruhm. Wäre da nicht der Pakt mit dem Teufel, die Verführbarkeit, wenn es darum geht, höchste Früchte vom Baum der Erkenntnis zu ernten. An Schöpfergeist hat es hierzulande nie gemangelt. Deutschland brachte Komponisten hervor, die zeitlose Klangwelten schufen wie Bach, Beethoven oder Wagner. Forscher und Gelehrte wie die Brüder Humboldt wollten nicht nur die Welt erkunden, sondern den Menschen durch Bildung zu einem besseren Wesen machen. In dieser Folge der "Deutschland-Saga" begegnet Christopher Clark so manchem großen Geist, auch solchen, die von "außen" auf die Deutschen blickten, wie Mark Twain und Madame de Staël. Der französischen Schriftstellerin, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts Deutschland bereiste und das Bild vom "Land der Dichter und Denker" prägte, fiel zunächst das provinzielle Element des deutschen Genies auf. Schrullige Junggesellen waren darunter, die in ungeheizten Dachzimmern einer Kleinstadt die Welt aus den Angeln heben wollten. Carl Spitzweg und Wilhelm Busch haben solch kauzigen Typen aus der deutschen Provinz später ironisch-bissige Bilder und Texte gewidmet. Ganz anders als in Frankreich, wo alles Bedeutende aus Paris kam, gab es in Deutschland eben kein kulturelles Zentrum, sondern viele kleine. Ein Ergebnis der jahrhundertelangen politischen Zersplitterung Deutschlands, in der viele adlige Dynastien im Wettstreit standen. Daher die vielen Theater, Opernhäuser und Universitäten, von denen es hierzulande mehr gibt als anderswo in Europa. Dass viele Wege nach Weimar führen, weiß auch Christopher Clark. Es ist die Stadt der Dichter-Genies. Den einen, Friedrich Schiller, liebten die Deutschen schon zu Lebzeiten, den anderen, Johann Wolfgang von Goethe, achteten sie als Dichterfürsten. Mit seinem "Faust" schuf Goethe einen literarischen Helden, der noch immer fasziniert. Am "Faustischen", das rastlos nach dem Höchsten und Tiefsten im Menschen strebt, haben sich viele Autoren bis hin zu Thomas Mann abgearbeitet. Die Nationalsozialisten bedienten sich bei "Faust" ebenso wie die marxistischen Vordenker der DDR.

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