Champions der Charts ©
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Freitag, 24. August • 23:00 - 23:45

Champions der Charts TIPP

Dokumentation

D 2018

Sommer 2018: Ed Sheeran rockt Europas Bühnen. Ein Mann, eine Gitarre, eine Idee - so einfach soll der junge Brite seit 2012 die Charts dominieren. Die ZDF-Doku nimmt die Zuschauer mit hinter die Kulissen der Musikindustrie und zeigt, wie es dort wirklich zugeht.
Eine filmische Entdeckungsreise: DJ-Star Felix Jaehn erzählt, wie seine Songs entstehen, Wolfgang Niedecken sowie Michi Beck von den Fanta 4 vergleichen ihre Anfänge mit der heutigen Szene, Newcomerin Marie Bothmer kämpft sich mit ihrem neuen Song ins Business. In einer Zeit, in der die deutsche Musikindustrie sich mit ihrem wichtigsten Pop-Preis neu definiert und in der der Tod des jungen schwedischen DJ-Stars Avicii seine strahlenden Erfolge hinterfragen lässt, wirkt die Frage, wie heute Hits gemacht werden, umso brisanter. Welche Rolle spielen die Musiker, deren Songs auf Spotify reüssieren? Wie suchen Produzenten den nächsten Chartstürmer? Wie laufen Songwriters Sessions, wo Profis fremde Songs puschen? Der Film begleitet Produzenten und Musiker bei ihrer Suche nach dem nächsten Superhit in einer Welt, die Zuschauern und Fans sonst verborgen bleibt.
Weltstar Felix Jaehn aus Hamburg berichtet, wie er die Erfolge der DJs erlebt - "'Cheerleader' war nicht einfach nur Recycling - da ist außer den Vocals nicht viel vom Original übrig geblieben. Das ist, als ob man um einen Motor herum ein komplett neues Auto baut." Das Team trifft Wolfgang Niedecken in Köln, dem die "Hits aus der Retorte" gegen den Strich gehen. 1990 war es ein Skandal, dass Frank Farian die internationalen Hits von Milli Vanilli nicht nur produziert, sondern auch gesungen hatte. Leslie Mandoki, mit Dschinghis Khan einst selbst Chartstürmer und inzwischen Betreiber eines der gefragtesten Tonstudios Europas, findet die Arbeitsweise heute ehrlicher: "Wichtig ist am Ende doch vor allem, ob ein Song seine Hörer erreicht!"
In den großen US-Hitfabriken ist es heutzutage Standard, dass Songs aus Fragmenten vieler verschiedener Schöpfer bestehen. Der preisgekrönte Journalist John Seabrook in New York hat jahrelang in der Musikszene recherchiert und entlarvt, wie Labels das schnelle Geld mit Sternchen puschen, wo früher versucht wurde, Künstler aufzubauen. Auch Michi Beck, der mit dem WM-Song "Zusammen" gemeinsam mit Clueso im Sommer 2018 in den deutschen Charts ganz weit oben ist, kennt diese Strategie als Juror für "The Voice of Germany": "Es geht um Einzigartigkeit. Das braucht man nicht nur, um in der Show zu bestehen, sondern auch in der Musikwelt. Viele können singen, aber die singen nur einen Song nach. Nicht jeder Ton muss unbedingt sitzen. Style geht vor Können." Doch auch seine beiden Schützlinge, die "The Voice of Germany" 2014 und 2015 gewonnen haben, sind nach ein, zwei Hits wieder in der Versenkung verschwunden.
Die Newcomerin Marie Bothmer schrieb schon als Teenager Songs. Seit sie einen Plattenvertrag mit einem Major Label hat, lernt sie, wie sehr sich das Musikgeschäft von der romantischen Vision des Künstlers, der mit der Gitarre in der Hand seine Geschichte erzählt, unterscheidet. Bei Spotify analysiert der Playlist-Manager für Deutschland, ob Marie Bothmers geplante Single Hit-Potenzial hat. Dazu erklärt Markus Kavka, warum der Einfluss von Spotify zu einer Vereinfachung der Musik und zu weniger Vielfalt - und weniger Independents - führt.
Eine ganze Industrie sucht den richtigen Beat, die eingängige "Hookline", die perfekte "Bridge" - jene Elemente, die im digitalen Zeitalter den Marsch an die Spitze der Charts ermöglichen. Wie funktioniert die Jagd nach dem Nummer-Eins-Hit? Die Doku geht der Frage "backstage" nach, im wahrsten Sinne des Wortes.

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