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Mittwoch, 27. September
18:15 - 18:45

Prof. Harald Lesch ©
Der chinesische Riesensalamander ist inzwischen sehr selten. Doch um das größte Amphibium der Welt zu retten, gibt es kaum Alternativen. ©
Die Galapagos-Riesenschildkröten sind einzigartig und selten. Doch rechtfertigt das einen Massenmord an Ziegen? ©
Bienen sind für unsere Nahrungsmittelproduktion unverzichtbar. Abgesehen vom Brot und Kuchenboden sind alle Lebensmittel auf diesem Frühstückstisch direkt oder indirekt von den Bienen abhängig. ©
Um Pandas zu züchten, sind selbst die Kosten für künstliche Befruchtung und Brutkästen nicht zu viel. Aber was ist mit all den Tieren, die weniger niedlich sind? ©
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Leschs Kosmos

Die Lüge vom gerechten Artenschutz

Der Panda muss leben - koste es, was es wolle. Um die Ikone des Artenschutzes zu retten, setzen Experten in China sogar auf künstliche Befruchtung. Dient der Aufwand der Natur - oder dem Image? Auf welche Tiere sich Artenschutz fokussieren sollte, ist umstritten. Was macht den Wert einer Spezies aus? Pandas, Bienen, Ziegen oder Salamander sind nicht vergleichbar. Welche Natur wollen, welche müssen wir schützen? Harald Lesch sucht nach der Antwort. Eine Welt ohne Bienen hätte schlimme Folgen. Mehr als ein Drittel der weltweiten Nahrungsmittelproduktion hängt von Bienen und anderen bestäubenden Insekten ab. Doch seit Jahren schreitet das Bienensterben voran, und die Zahl der Insekten nimmt ab. Zudem sind viele andere Tiere in ihrem Bestand bedroht. Schon immer sind Tierarten im Laufe der Evolution ausgestorben, das ist nichts Ungewöhnliches. Aber die Aussterberate hat sich seit dem Einfluss des Menschen um das 1000-Fache erhöht. Diesen Trend zu stoppen, ist nicht einfach. Beispiel Galapagos. Die Inseln im Ostpazifik sind bekannt für ihre einzigartigen Tiere wie die Riesenschildkröten. Im 19. Jahrhundert haben Menschen Ziegen mit auf die Inseln genommen, die sich so schnell vermehrten, dass sie für die einheimischen Tiere zur Bedrohung wurden. Doch wie soll man 200 000 Ziegen wieder von den Inseln entfernen? Macht das überhaupt Sinn? Der Weg, für den sich Naturschützer entschieden, war krass, aber wirkungsvoll. Naturschutz - und der Widerstand gegen entsprechende Maßnahmen - hat viele Gesichter. Oft geht es dabei um wirtschaftliche Interessen. Ein Beispiel sind die Ölsandfelder in Alberta. Sie machen Kanada zu einer der führenden Öl-Nationen. Um das Öl zu transportieren, sollte eine Pipeline durch den Lebensraum eines der seltensten Tiere der Welt führen: des Kermodebären. Dieser Bär hat ein weißes Fell, er ist aber kein Eisbär, sondern eine besondere Form eines Schwarzbären. Eine Story mit Happy End. Der kanadische Premierminister Justin Trudeau hat den Bau der Pipeline durch den Bärenwald inzwischen abgelehnt. Zu vehement waren die Proteste von Naturschützern. Aber: Wenn nicht hier - wo dann? Welche Lebensräume sind womöglich weniger wert? Eine neue Pipeline soll es nämlich dennoch geben. In der neuen Folge von "Leschs Kosmos" geht Harald Lesch den Interessenskonflikten auf den Grund, die bei Fragen des Naturschutzes weltweit aufbrechen.

Jahr: 2017
Länge: 30 Minuten

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