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Mittwoch, 27. September
01:05 - 01:50

Sherlock Holmes - wie man ihn aus vielen Verfilmungen kennt. ©
Der Forensiker Dr. Henry Lee ist bekennender Fan der "Holmes-Methode". ©
Die amerikanische Tatortermittlerin Karen Smith ist Spezialistin für Blutspurenanalyse. ©
In den Verfilmungen der Romane wird Sherlock Holmes gerne mit Violine gezeigt. ©
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Das Vermächtnis des Sherlock Holmes

Die Anfänge der Forensik

Sherlock Holmes war seiner Zeit weit voraus. Seine bahnbrechenden Untersuchungsmethoden beeinflussten die reale Welt der Forensik nachhaltig. Er ist Vorbild für Ermittler aus aller Welt. Jeder kennt Sherlock Holmes, die berühmteste Detektivfigur in Literatur, Film und Fernsehen. Aber seine Geschichten sind mehr als nur gute Unterhaltung. Forensiker erklären, wie er die Entwicklung der realen forensischen Wissenschaft beeinflusst hat. Er war der erste Tatortermittler und sowohl die Blutspurenmusteranalyse als auch die forensische Ballistik wurden von ihm beeinflusst. Im späten 19. Jahrhundert trieb der berüchtigte Serienmörder Jack the Ripper in London sein Unwesen. Die Polizei mit ihrer damals üblichen Methode der Zeugenbefragung konnte die Fälle nicht lösen. Als der erste Sherlock-Holmes-Roman "Eine Studie in Scharlachrot" 1887 erschien, fiel der Kontrast zwischen seiner Professionalität und der Hilflosigkeit der realen Polizei deutlich auf. Sherlock Holmes' Schöpfer Sir Arthur Conan Doyle schrieb mit diesem Buch unwissentlich das erste Handbuch für forensische Wissenschaften: Zum ersten Mal wurden Tatorte gesichert und Spuren gesammelt. Nicht Zeugenbefragungen standen im Mittelpunkt, sondern das deduktive Denken, bei dem anhand von Beweisen logisch zwingende Schlussfolgerungen gezogen werden. Sherlock Holmes war der erste Ermittler, der Blutspuren untersuchte. Heutige Experten für forensische Blutspurenmusteranalyse erklären, was Blutspuren an einem Tatort verraten können: zum Beispiel, ob das Blut von einem Gegenstand abgeworfen wurde, ob es nur ausgehustet wurde und wo der Täter zum Tatzeitpunkt stand. Eine andere wichtige Disziplin ist die forensische Ballistik. Auch diese nutzte Sherlock Holmes als Erster. In der Geschichte "Das Reigate-Rätsel" löst er zum Beispiel einen Fall, indem er sich das Schussopfer genau anschaut und nach Spuren von Schießpulver sucht. In einem anderen Fall berechnet er die Flugbahn von Gewehrkugeln, revolutionär für damalige Zeiten. Sherlock Holmes' erstaunliche kognitive Fähigkeiten stammen von Doyles Medizinprofessor. Dessen Beobachtungs- und Kombinationsgabe beeindruckten Doyle so nachhaltig, dass er sie seinem fiktiven Detektiv verlieh.

Länge: 45 Minuten

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