Genug zum Leben? - Hartz IV auf dem Prüfstand ©
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Mittwoch, 19. Dezember • 20:15 - 21:00

Genug zum Leben? - Hartz IV auf dem Prüfstand

Dokumentation

D 2018

Bei Hartz IV spalten sich die Meinungen: Hat jeder damit das, was er zum Leben braucht? Oder reicht es hinten und vorne nicht? Die Dokumentation zeigt die Situation der Hartz-IV-Empfänger und beleuchtet, wie sich die Summen berechnen. Auf der anderen Seite stellt sie die Frage: Welche Schlupflöcher für Missbrauch bietet das System? "Mit Hartz IV hat jeder das, was er zum Leben braucht." Die Aussage von Jens Spahn im Frühjahr 2018 hat für einen Sturm der Entrüstung gesorgt. Aber es gibt auch Hartz-IV-Empfänger, die dem zustimmen. Wie viel Geld brauchen Leistungsempfänger zum Leben? Alena Kleine ist alleinerziehende Mutter. Sie lebt seit einem Jahr von Hartz IV und sagt, dass man damit nur das "Nötigste" habe. Wilfried Fesselmann widerspricht: Er habe zehn Jahre von Hartz IV gelebt und ihm und seiner Familie habe es an nichts gefehlt. "Man muss natürlich mit dem Geld gut umgehen können." Verschiedene Perspektiven, mit denen Politik und Gesellschaft auf die Agenda-2010-Reformen blicken. Für die Befürworter steht Hartz IV für Aufschwung. Der Erfinder Peter Hartz spricht von einem Erfolg, sagt in der Dokumentation aber auch: "Wir haben schon 2002 einen Grundsicherungs-Betrag von 511 Euro gefordert." Das ist deutlich höher als der heutige Satz. Kritiker sehen in Hartz IV sozialen Kahlschlag, Ungerechtigkeit und sinnlose Sanktionen bei Leistungsmissbrauch. Ulrich Schneider vom Paritätischen Wohlfahrtsverband plädiert dafür, die Kontrollen der Jobcenter abzuschaffen. Doch welche Schlupflöcher für Missbrauch bietet das System? Die Dokumentation begleitet zwei Mitarbeiter des Ermittlungsdienstes des Würzburger Jobcenters bei Hausbesuchen. Jochen Knies und Sandra Dahms müssen oft nachprüfen, ob Hartz-IV-Empfänger tatsächlich alleine leben oder etwa in einer Bedarfsgemeinschaft - was den Leistungsanspruch schmälern würde. Aber das ist nicht alles. Jochen Knies: "Wir erleben es auch immer wieder, dass ganze Familien zurück ins Ausland gehen und uns nach wie vor vorgaukeln, sie würden noch hier bei uns in Deutschland wohnen - und kassieren so monatelang noch Leistungen ab." Doch das sind kleine Summen, verglichen mit dem, was kriminelle Banden mit systematischem Leistungsbetrug erbeuten. Ihre Masche: Sie holen bitterarme Familien vor allem aus Rumänien und Bulgarien ins Ruhrgebiet. Dann organisieren sie ihnen eine Schrottwohnung und einen Schein-Arbeitsvertrag. Und schon fließen die Sozialleistungen. Der Schaden, der in Deutschland im vergangenen Jahr durch Hartz-IV-Betrug ergaunert wurde, beläuft sich auf mindestens 50 Millionen Euro.

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