Sonntag, 22. Juli • 17:15 - 18:00

Die Donau

E1Die Stimme der Donau

Dokumentation

Gut 600 Kilometer fließt die Donau durch Deutschland - von der Quelle im Schwarzwald bis zur Grenze unterhalb von Passau. In ihrem Oberlauf ist die Donau kein freier Fluss mehr. Sie ist zerstückelt in eine Kette von Stauseen. Der Fluss als Verkehrsweg, Kraftwerkskühler und Stromlieferant mit meist verheerenden Auswirkungen:
Wer hat nicht die dramatischen Bilder vom Frühjahr 2013 im Kopf, wenn von der Donau die Rede ist, vom Jahrhunderthochwasser, geborstene Dämme, verzweifelte Menschen, meterhohe Fluten, die alles mit sich rissen und Existenzen vernichtet haben.
Viel wurde über Hintergründe und Ursachen diskutiert. Betroffene kamen zu Wort, Politiker, Experten. Dieser Film möchte dem Fluss selbst eine Stimme geben. Denn wer hier genau hinsieht und zuhört, dem werden sich Zusammenhänge offenbaren, der erkennt, wie der Strom lebt und funktioniert, oder wo Ansätze sind, Hochwasser in Zukunft vielleicht nicht ganz vermeiden zu können, aber weniger dramatisch werden zu lassen.
Am deutlichsten präsentiert sich die Donau in dem Abschnitt ab Straubing: Hier zeigt sich der Strom trotz einiger menschlicher Eingriffe noch als ein richtiger Fluss. 70 Kilometer fließt die Donau ungehindert durch die Ebene vor dem Bayerischen Wald.
Doch das Bild ist nicht ungetrübt. Denn seit über 30 Jahren tobt ein erbitterter Streit um diesen Teil der Donau. Während die einen diesen letzten, großen Abschnitt der frei fließenden Donau in Deutschland unbedingt zur Wasserstraße ausbauen wollen, möchten die anderen den "bayerischen Amazonas" erhalten, der wegen seiner einzigartigen Flora und Fauna ein echtes Naturjuwel ist.
Ein Gutachten für 30 Millionen Euro Steuergelder sollte Klarheit bringen. Es füllt 11.000 Seiten! Über 100 Experten haben den ökologischen Wert des Gebietes nachgewiesen und doch ist nichts endgültig entschieden.
Zwischen Straubing und Vilshofen gibt es noch den jahreszeitlichen Wechsel von Hoch- und Niedrigwasser, der die Landschaft und das Leben in den Flusstälern und Auen Jahrtausende lang bestimmt hat, Da kein Stauwehr den Wasserstand reguliert, ist - je nach Jahreszeit und Wetter - mal mehr und mal weniger Wasser im Fluss. Immer wieder breitet sich die Donau aus, überflutet die Deichvorländer und setzt Wiesen und Auwälder unter Wasser, dann zieht sie sich wieder in ihre tiefste Rinne zurück und gibt breite Kiesbänke und Kiesinseln frei. Es ist genau dieser immer wiederkehrende Wechsel zwischen hohem und niedrigem Wasserstand, auf den bestimmte Pflanzen und Tiere angewiesen sind.
Der Biber ist das wohl charakteristischste Tier dieser naturnahen Flusslandschaft. Und es lohnt sich sehr einen genauen Blick auf die "Machenschaften" der eifrigen Baumeister zu werfen. Ihre Anwesenheit wird in der Bevölkerung eher skeptisch aufgenommen. Zum einen graben sie angeblich Dämme an und schwächen damit die Rückhaltekraft zum anderen aber sind genau sie in der Lage, Lebensräume so zu gestalten, dass Hochwasser erst gar nicht zustande kommt. Wie das funktionieren kann, zeigt sich im Auwald, da wo Biber ungestört schalten und walten.

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