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Samstag, 20. Februar • 10:15 - 11:45

Nachtcafé

Talk

Deutschland 2021

Es gibt Situationen im Leben, in denen nichts mehr ist, wie es einmal war. Wenn die eigene Welt in sich zusammenbricht, stellt sich die Frage, wie es sich in Zukunft weiterleben lässt. So geht es etwa einem Familienvater, der einen Unfall mit schwerwiegenden Folgen verursacht hat, oder einer jungen Frau, die den frühen Tod ihrer Mutter verkraften muss, während sie sich selbst in der Pubertät befindet. Auch die aktuelle Corona-Situation stellt viele Menschen vor die Frage, wie es weitergehen soll. Was macht es mit Menschen, wenn das Leben schwierige Momente bereithält? Wie lässt es sich nach Schicksalsschlägen weiterleben? Welche Auswege gibt es? Darüber spricht Michael Steinbrecher mit seinen Gästen im "NACHTCAFÉ: Wie weiterleben?".
Die Gäste im "NACHTCAFÉ":
Jessica Hildinger verlor ihre Schwester und Mutter an Krebs
Jessica Hildinger musste auf brutale Weise erfahren, was es bedeutet, ihre Liebsten vorzeitig zu verlieren. Bereits als Kind verstarb ihre Schwester unter großen Schmerzen an einer besonders aggressiven Form von Krebs: "Das war sehr hart zu sehen, wie sehr sie gelitten hat." Wenige Jahre später ereilte sie der nächste Schicksalsschlag, als ihre Mutter ebenfalls an Krebs erkrankte und diesem schließlich erlag.
Birgit und Peter Sommerhalter wurden Opfer eines Stalkers
Seit mehr als zehn Jahren erhalten Birgit und Peter Sommerhalter von einem Unbekannten massive Beleidigungen und Morddrohungen. Brennende Mülleimer und eingeschmissene Scheiben gehören mittlerweile zu ihrem Alltag: "Das Allerschlimmste war die Nachricht, dass er unsere Kinder auf dem Weg zur Schule abfangen und ihre Gesichter in Säure brennen werde." Obwohl sie längst die Polizei eingeschaltet haben, nimmt der Psychoterror kein Ende.
Patrick Wansdorf hatte einen Sekundenschlaf-Unfall mit schwerwiegenden Folgen
Durch einen verheerenden Unfall, den Patrick Wansdorf selbst verursachte, entging sein junger Sohn nur knapp dem Tod. Die Schuldgefühle drohen ihn zeitweise fast zu erdrücken: "Gerade am Anfang war es extrem hart. Da war bei mir oft der Punkt, wo ich aufgeben wollte." Sein Kind ist seither vom Kopf abwärts gelähmt, und der Familienalltag auf den Kopf gestellt.
Bianka Bergler ist als Friseurin durch die Corona-Pandemie existentiell bedroht
Vor den Scherben ihrer Existenz steht Bianka Bergler. Seit zehn Jahre betreibt sie einen Friseursalon mit mehreren Angestellten. Doch die Corona-Krise und der wiederholte Lockdown treffen sie wirtschaftlich so hart, dass sie kurz vor der Pleite steht: "Ich schlafe manchmal gar nicht mehr, ich bin der Situation komplett ausgeliefert." In ihrer Not startete die Friseurbetreiberin einen verzweifelten öffentlichen Hilferuf.
Andreas Klinder erfuhr als Jugendlicher, dass er adoptiert wurde
Als Andreas Klinder mit 14 Jahren erfuhr, dass ihn seine Eltern adoptiert haben, bricht seine komplette Welt zusammen: "Ich konnte das alles erst gar nicht begriffen. Ich habe mich gefühlt wie im freien Fall." Um den Schock zu verarbeiten, stürzte er sich als junger Erwachsener in seine Karriere und arbeitet bis zur Erschöpfung. Es folgte eine jahrelange Suche nach Versöhnung mit sich und seiner Familiengeschichte.
Michaela Huber ist als Trauma- und Psychotherapeutin tätig
Michaela Huber weiß, schwierig es ist, schlimme Ereignisse zu verarbeiten und anschließend weiterzuleben. "Wenn man das Gefühl hat, dass man da allein durchmuss und allein verantwortlich ist, dann wird es richtig schwierig", so die Traumatologin. Deswegen ist es in solchen Situationen besonders wichtig, Mitmenschen an der Seite zu wissen, die einen unterstützen.

Moderation

Programm

Replay

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