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Dienstag, 20. Februar • 10:20 - 11:00

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36,9° Tics, tocs et Tourette

Wissen

Schweiz 2018

Jeder und jede von uns kennt es, wenn wir uns ein Spiel daraus machen, nicht auf die Linien auf der Strasse zu treten, oder eben gerade nur auf den Linien zu balancieren. Wann gilt solches Verhalten als Störung, und inwieweit ist es normal? Wie entstehen Zwangsstörungen, und wie funktionieren ihre komplexen Mechanismen? Das erklären Experten der Hirnforschung und Psychiater in der Sendung.
Im Fall von Tea, 17, ist es eine innere Stimme, die ihr Befehle gibt. Tea selber entscheidet nicht, dass sich die Dinge in ihrem Zimmer nicht berühren dürfen. Sie entscheidet nicht, vor dem Betreten eines Zimmers eine Pirouette zu machen. Sie führt aus, was ihr die Stimme aufträgt, weil sonst eine Katastrophe passieren könnte. Es gibt viele unterschiedlichen Formen von Zwangsstörungen: zwanghaftes Waschen, zwanghaftes Kontrollieren, zwanghaftes Sammeln, Kaufen oder Zwang zur Symmetrie.
43 Prozent der Bevölkerung erleben Zwangsstörungen im Jugendalter, aber nicht einmal in der Hälfte der Fälle bilden sie sich ohne Behandlung zurück.
Noch viel stärker beeinträchtigt sind Menschen, die vom Tourette-Syndrom betroffen sind. Sie erleben oft Ausgrenzung in ihrem Alltag. Mit ihren unkontrollierbaren Bewegungen und Ausrufen ziehen sie die Blicke der Umgebung auf sich. Das verschlimmert meist die Symptome. Ein Teufelskreis, aus dem sie nur schwer ausbrechen können. Nur wenigen Betroffenen gelingt es, sich ein beinahe «normales» Leben einzurichten.
«Wir sind nicht verrückt, uns ist alles bewusst bis kurz davor, aber dann können wir es nicht zurückhalten», sagt Tamara, die erst nach einer nicht ungefährlichen Operation am Gehirn wieder Lebensfreude empfindet.

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