Im Zweifel für die Sicherheit - Präventiv weggesperrt
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Montag, 16. September • 15:30 - 16:20

Im Zweifel für die Sicherheit - Präventiv weggesperrt

Im Zweifel für die Sicherheit - Präventiv weggesperrt

Dokumentation

2013

Heute sind individuelle Risikobeurteilungen Standard - und diejenigen, die diese Beurteilungen machen, nämlich forensische Psychiater, sind in den vergangen 25 Jahren zu den zentralen Akteuren im Justizwesen geworden. Auf der Basis ihrer Prognosen wird entschieden, wer sein Leben hinter Gittern verbringen muss und wer wieder in die Freiheit darf. Das bedeutet eine grosse Verantwortung - und viel Macht.
Seit das revidierte Strafgesetzbuch 2007 in Kraft getreten ist, hat die Macht der forensischen Psychiater noch einmal entscheidend zugenommen. Mit dem Artikel 59 wurde nämlich die Möglichkeit geschaffen, Straftäter auf unbestimmte Zeit wegzusperren und zu therapieren. Stationäre Massnahme nennt sich das oder «kleine Verwahrung». Der Artikel 59 ist beliebt bei Richtern, weil das Ende offen, die Tür aber nicht endgültig geschlossen ist wie es bei der ordentlichen Verwahrung, die mittlerweile jedoch kaum mehr ausgesprochen wird.
«DOK» zeichnet die Entwicklung vom Schuld- zum Präventivstrafrecht nach: Entscheidend ist heute nicht mehr die Schuld, die jemand in der Vergangenheit auf sich geladen hat, sondern welche Risiken forensische Psychiater für Straftaten in der Zukunft sehen. «Im Zweifelsfall für die Sicherheit», erklärt Thomas Manhart, Leiter des Zürcher Amtes für Justizvollzug, den Grundsatz seiner Behörde in Bezug auf Vollzugslockerungen. Das hat zur Folge, dass der Begriff der Gefährlichkeit immer weiter gefasst wird und die Zahl der präventiv Weggesperrten zunimmt.

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