Die Donau  - Reise in ein unbekanntes Europa ©
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Freitag, 16. August • 15:40 - 16:25

Die Donau - Reise in ein unbekanntes Europa

E4Von Vukovar bis ans Eiserne Tor mit Susanne Wille

Dokumentation

HR / SERBIEN / R 2013

Die vierte Etappe führt Susanne Wille vom kroatischen Vukovar bis ans Eiserne Tor.
Vukovar ist der Ausgangspunkt der vierten Folge. Die Stadt war 1991 ein bedeutender Schauplatz des kroatischen Unabhängigkeitskriegs. Hart umkämpft war auch die Schuhfabrik Borovo - einst Arbeitgeberin für die ganze Region. Der Ingenieur Ivan Hubalek hat die Belagerung hautnah miterlebt und berichtet von seinen Erlebnissen, aber auch vom Wiederaufbau, den er als stellvertretender Bürgermeister von Vukovar aktiv mitgestaltet hat - eine Begegnung, die optimistisch stimmt.
Auf der anderen Seite der Donau lebt Djura Rang. In seinem Heimatdorf im Nordwesten Serbiens ist er bestens eine bekannt. Der 50-Jährige ist einer der letzten Bootsbauer des Landes und hat eine ungewöhnliche Lebensphilosophie: Er redet mit Holzbooten, ihm flüstern Fischsuppen zu und er fordert Fische zum Kampf heraus. Seine Freunde nennen ihn liebevoll «Robinson der Donau».
Donauabwärts liegt Novi Sad, die zweitgrösste Stadt Serbiens. Hier stösst Susanne Wille auf eine überraschende Erfolgsgeschichte: das «Silicon Valley» Serbiens. Hier macht die Software-Industrie mittlerweile 30 Prozent der Wirtschaftsleistung aus. Begonnen hatte alles während der Jugoslawienkriege. «Serbien war isoliert, das einzige Tor zur Welt war das Internet», erzählt Petar Ulic. Der IT-Unternehmer gehört zu den Pionieren der Branche. Aus der Not haben viele Firmen eine Tugend gemacht und Novi Sad so neues Leben eingehaucht.
Als nächstes besucht Susanne Wille Belgrad. Die Hauptstadt ist der Dreh- und Angelpunkt für den Verkehr zwischen Mittel- und Südosteuropa und die Heimat unterschiedlichster Bevölkerungsgruppen. Eine der grössten Minderheiten sind die Roma. Allein in Belgrad gibt es mehr als 150 Roma-Enklaven. Die 37-jährige Sozialarbeiterin Lepa Nedeljkovic kennt die Sorgen der Roma und setzt sich mit ganzem Herzen für sie ein. In einem Slum vor den Toren der Stadt werden die beiden Frauen in das Haus einer Roma-Familie eingeladen. So erhält Susanne Wille Einblick in die schwierigen Lebensbedingungen der Menschen am Rande der serbischen Gesellschaft.
Im Gegensatz dazu handelt die nachfolgende Geschichte vom Belgrader Nachtleben, das über die Grenzen Serbiens hinaus bekannt ist. Schauplätze sind die schwimmenden Clubs und Bars auf der Donau und der Save. Mittendrin trifft das Fernsehteam einen Star der Szene: Goga Sekulic. Sie singt Turbo-Folk, einen Mix aus östlicher Volksmusik und Discosound. Die Musik ist populär, aber auch umstritten.
Das Eiserne Tor ist der Höhepunkt der Reise von Susanne Wille und gleichzeitig auch die letzte Station. Im rumänischen Orsova trifft die Reporterin auf Ahmet Enghuir. Der 71-Jährige ist auf der Insel Ada Kaleh geboren und aufgewachsen. Eine türkische Exklave inmitten der Donau. Bis 1968 war die Insel ein beliebtes Ausflugsziel mit Einkaufsmöglichkeiten für türkische Delikatessen, Schmuck und Tabakwaren. Bis der Staudammbau am Eisernen Tor alles zunichtemachte.

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