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Schätze der Welt - Erbe der Menschheit
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Sonntag, 19. Januar • 06:00 - 06:30

Schätze der Welt - Erbe der Menschheit

Brüsseler Spitzen - Der Marktplatz und die Horta-Häuser, Belgien

Dokumentation

1991

"Der Große Markt von Brüssel ist das schönste Theater der Welt!", meinte Jean Cocteau. Tatsächlich ist dieser Mittelpunkt der Stadt Brüssel mehr eine Bühne als ein Platz. Er ist Zeugnis urbaner Demokratie. Als die reichen Brüsseler Gilden im 15. Jahrhundert das aristokratische Stadtregiment ablösten, schufen sie sich mit diesem Karee kostbarer Zunfthäuser selbst ein Denkmal. Als der Sonnenkönig Ludwig XIV. das Prunkstück freier Bürger in Schutt und Asche legte, bauten die Gilden es um 1.500 als genaue Kopie wieder auf. Darauf sind die Brüsselerinnen und Brüsseler noch immer stolz und feiern sich und ihre Geschichte mit dem "Ommegang". Dieser prächtige Umzug über den Platz wird seit rund 700 Jahren mit gleichem Ritual, mit Personen, die teils heute noch dieselben Namen der mittelalterlichen Teilnehmer tragen, begangen. Ein Theater vor steinernen Kulissen. Der Große Markt ist und bleibt eine Bühne, auf der gelebt und gestorben wurde - im Spiel und in der Wirklichkeit. Victor Hugo schrieb seiner Frau aus dem belgischen Exil: "Brüssel hat mich sehr begeistert. Das Rathaus ist ein Juwel und der es umgebende Platz ein wahres Wunder. Es entsprang der Fantasie eines Dichters und fiel in den Kopf eines Architekten."
Brüssel und der Jugendstil, das heißt auch und gerade: Brüssel und Horta. Der Architekt Victor Horta wurde zum Ende des 19. Jahrhunderts durch die Neuartigkeit seiner Wohnhäuser nicht nur in Belgien berühmt, sondern erregte internationales Aufsehen. 1893 entwirft Horta das Maison Tassel. Fast über Nacht wird der 32-jährige Architekt durch dieses Wohnhaus bekannt. Äußerlich unterscheidet es sich kaum von den Nachbarhäusern. Doch Details lassen genauer hinsehen. Die aus der Fläche ausschwingenden Linien der Fassade, die kunstvolle Formung des Steins, die artistisch mit dem Stein verbundenen Eisenelemente und die farbigen Glasfenster. Das ist neu. Das Material scheint von jeder Starrheit befreit und die asymmetrische Aufteilung der Wandflächen lässt die Fassade lebendig erscheinen. Doch die eigentliche Neuheit seines Baustils wird erst im Inneren offenbart. Es gelingt dem Architekten, die schmalen Brüsseler Stadthäuser in weiträumige und zugleich märchenhaft dekorative Räume zu verwandeln.

Programm

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