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Montag, 13. November • 15:05 - 16:00

Auf Entdeckungsreise - durch Europa

Hamburg - Tor zur Welt -

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D 2015

Am Reiherdamm vor Hamburgs größter Werft gibt es jeden Morgen deftiges Frühstück. Dort betreibt Odo Mario Wehr eine der letzten Kaffeeklappen des Hafens. So nennt man die Buden, in denen die Arbeiter mit belegten Brötchen und starkem Kaffee versorgt werden, angereicht durch eine Klappe. Nachts um ein Uhr fängt Odo Mario Wehr an, Brötchen zu schmieren: 300 Stück, bis zum Schichtwechsel auf der Werft in zwei Stunden. Kein Problem: Er schmiert nicht, er spachtelt. Sie gilt als der "Engel" der Matrosen: Maike Puchert ist Bordseelsorgerin und kümmert sich um die Besatzungen der Handelsschiffe, die im Hafen festgemacht haben. Sie sorgt dafür, dass das Heimweh nicht zu groß wird, verkauft günstige Telefonkarten für den Anruf nach Hause und verteilt Zeitungen aus der Heimat. Vor allem aber kann sie zuhören. Das hilft den Leuten, die so weit weg von Familie und Freunden in der Fremde sind, am besten. Der Stadtteil Blankenese mit seinem Treppenviertel ist der wohl malerischste Ort der Hansestadt. Zu alten Kapitänshäusern, die sich in den grünen Süllberg schmiegen, gelangt man nur über steile Treppen und durch enge Gassen. Gunnar Güring klettert Tag für Tag Tausende Stufen auf und ab. Als Schornsteinfeger braucht man ohnehin eine gute Kondition, aber Schornsteinfeger in Blankenese zu sein, das ist Hochleistungssport. Dafür wird er reichlich entschädigt: mit einem fantastischen Blick über den Elbestrom. Mächtig viel Arbeit hat auch die Besatzung der "Hadersleben", des dienstältesten Arbeitsschiffes im Hafen: Seit 1906 liefert es ununterbrochen Trinkwasser für die großen Seeschiffe, bis zu 400.000 Liter pro Kunde. In Hamburg lässt sich besonders gutes Frischwasser bunkern. Vor allem die Chinesen tanken hier immer ganz voll.

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