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Echt?!
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Mittwoch, 05. August • 21:15 - 21:45

Echt?!

Quarantäneschädlinge - Gefährliche Insekten

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Deutschland

2014 steht der Garten von Ehepaar Kellert aus Rothensee bei Magdeburg noch voller Bäume. Äpfel, Birnen, Kirschen - robuste Obstbäume bis zu 100 Jahre alt und kerngesund. Doch von einem Tag auf den anderen müssen plötzlich alle Bäume gefällt werden. Gefahr in Verzug - wegen eines kleinen Käfers. Der ist normalerweise in China heimisch. Doch die Welt hat sich vernetzt und die gefährlichen Larven sind mit auf die Reise gegangen. Eingenistet in Verpackungsholz, kamen sie per Schiff oder Frachtflugzeug zu uns.
Äußerlich ähnelt der Asiatische Holzbockkäfer heimischen Arten. Er legt seine Eier in Baumstämmen ab und die Larven fressen sich dann über Jahre durchs Holz. Und genau deshalb zählt er bei uns zur gefürchtetsten Kategorie: Er ist ein Quarantäneschädling. Mehr als 10.000 Bäume fielen ihm allein in Magdeburg zum Opfer.
ECHT-Moderator Sven Voss trifft Mitarbeiter der Landesanstalt für Pflanzenschutz. Hochkonzentriert begutachten sie mit Ferngläsern Baum für Baum. Baumkletterer steigen hinauf, suchen von oben alles ab, zusätzlich sind spezialisierte Suchhunde im Einsatz. Werden sie fündig, müssen alle Laubbäume im Umkreis von 100 Metern gefällt und das Holz in Müllverbrennungsanlagen vernichtet werden. Das gilt für öffentlichen - genauso wie für privaten Grund. Im Umkreis von zwei Kilometern wird eine Quarantänezone eingerichtet. Von hier aus darf kein Holz abtransportiert werden. Vier Jahre lang werden dann alle Bäume innerhalb der Zone regelmäßig akribisch untersucht. Wird in dieser Zeit kein Käfer gefunden, entfällt der Quarantänestatus.
Der Asiatische Laubholzbockkäfer ist nicht der einzige Quarantäneschädling. Es gibt eine Liste der EU - 23 Schädlinge sind derzeit dort aufgeführt, die hier eingeschleppt worden sind und inzwischen unsere einheimischen Pflanzen bedrohen. Dazu zählt auch die Kiefernholznematode. Dieser winzige Fadenwurm sorgt in Portugal bereits für großflächiges Waldsterben. In Bayern wurden bereits erste Quarantänezonen eingerichtet, weil der Asiatische Moschusbockkäfer gesichtet wurde.
Am Julius Kühn Institut, dem deutschen Forschungsinstitut für Kulturpflanzen sind die Experten alarmiert. ECHT fragt nach: Wie bedroht sind unsere Ahorne, Birken, Pappeln, Kastanien oder Weiden? Wie können wir uns schützen?

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