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Wie geht es unseren Insekten? ©
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Diese Sendung ist nur noch im Replay verfügbar.
Sonntag, 09. August • 22:00 - 22:45

Wie geht es unseren Insekten?

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Eintagsfliegen, Gespenstschrecken, Libellen, Käfer, Schmetterlinge, aber auch Wanzen und Läuse: Insekten sind die artenreichste Klasse in der Tierwelt. Sie bestäuben Pflanzen, sichern deren Fortexistenz, aber auch unser Überleben. Insekten sind Nahrung für viele andere Tiere. Zudem recyceln sie Abgestorbenes und erweisen der Natur damit überlebenswichtige Dienste. Insekten halten also den Kreislauf des Lebens in Gang.
75% weniger Insekten in Deutschland als vor dreißig Jahren - dieser Befund hat 2017 die Bevölkerung, die Politik und die Wissenschaft erschüttert. Wo sind sie hin? Ehrenamtliche Insektenforscher hatten in Naturschutzgebieten Daten ermittelt, also dort, wo es Insekten eigentlich gut gehen sollte. Insofern war der Befund dramatisch und besorgniserregend, der Begriff "Insektensterben" offenbar nicht übertrieben.
Die neue Doku von MDR WISSEN "Wie geht es unseren Insekten?" schaut sich das Leben und Sterben der Insekten genauer an. Welche Insekten sind betroffen, welche nicht? Was kann man mit Sicherheit über sie sagen, wo gibt es Forschungsbedarf? Der Film stellt Menschen vor, die den Insekten verbunden und von ihnen fasziniert sind, die ihr Verschwinden beunruhigt, die ihnen Lebensräume schaffen und über sie forschen.
Mit dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig und dem Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung Halle-Jena-Leipzig sind zwei große wissenschaftliche Institutionen vertreten, die sich an der weltweiten Suche nach Antworten beteiligen. Von hier kommen z.B. die aktuellste Meta-Studie mit neuen Zahlen und Interpretationen, aber auch Forschung zur Auswirkung von Pestiziden in geringer Konzentration auf Insekten.
Dass Entomologen, also die Insektenforscher, mit ihrer lebenslang erworbenen Artenkenntnis selbst eine aussterbende Art sind, weil es kaum Nachwuchs gibt, ist ein Umstand, der die Begutachtung der Insektenwelt perspektivisch komplizierter macht. Hier will ein Projekt von Wissenschaftlern aus Leipzig, Jena und Halle Abhilfe schaffen: Künstliche Intelligenz soll künftig das Erkennen der Arten und das Zählen der Insekten übernehmen.
Diese Dokumentation führt auch ins Schwarzatal in Thüringen. Chemnitzer Entomologen beobachten hier seit 60 Jahren Schmetterlinge und haben das Tal damit zu einem der am besten erforschten Gebiete Europas gemacht. Den Schmetterlingen dort - den bunten Tagfaltern, aber auch den viel zahlreicheren Nachtfaltern - geht es gut. Es gibt Wandel, aber kein Massensterben. Dass andernorts Insekten verschwinden, hängt oft mit der Landwirtschaft zusammen, vor allem mit den riesigen Flächen, auf denen Mais und Raps als pestizidbehandelte Monokulturen wachsen. Dass es aber auch hier Möglichkeiten gibt, die Insekten zurückzuholen, zeigen die Forschungen an der Hochschule Anhalt. Hier geht es vor allem um Wildkräutermischungen für sogenannte Blühstreifen. Durch sie sind auch schon Rote-Listen-Arten in die Agrarlandschaft zurückgekehrt.
Im Film kommt auch eine Landwirtin in der 14. Generation zu Wort, die sich wie viele moderne Bauern im Zwiespalt zwischen Existenzangst und Sorge um die Umwelt befindet. So wie sie haben viele Landwirte die Hoffnung auf gesamtgesellschaftliche Lösungen, die der Landwirtschaft und der Artenvielfalt gleichermaßen eine Zukunft geben, noch nicht aufgegeben.
Die neue Doku von MDR WISSEN besucht auch Bergbaufolgelandschaften in der Lausitz. Hier ist die Rückkehr der Insekten eindrucksvoll zu sehen. Wo vor einigen Jahrzehnten das Unterste nach oben gekehrt wurde, wo auf riesigen Flächen alles Leben erloschen war, kommt es nun zurück - mit einer großen Artenvielfalt an Insekten.

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