Mittwoch, 27. Februar • 21:15 - 21:45

Echt?!

1000 Meter unter der Erde - Helden der Grubenwehr

Info

D

Für Bergleute ist es ein knallharter Job, der enormes abverlangt und extreme Gefahren birgt. Die Grubenwehr ist die Werksfeuerwehr im Schacht. "Echt"-Moderator Sven Voss nimmt uns mit, tief hinab zu einem exklusiven Blick hinter die Kulissen der aktiven Grubenwehr im Kalibergwerk unter Zielitz bei Magdeburg.
Es geht abwärts, Zugluft weht um den Helm. In nicht einmal zwei Minuten fährt der Fahrstuhl in 1000 Meter Tiefe, in das größte Kalibergwerk Deutschlands. Unten im Bergwerk angekommen offenbart sich eine Stadt: Es gibt Büros, Straßen, Autos, Werkstätten. Nur das Tageslicht fehlt. Hier unten gibt es "Ortsschilder", eine Anschnallpflicht und sogar etliche Blitzer. Riesige Ventilatoren sorgen für einen ständigen Luftaustausch. Sie ziehen rund 63.000 Kubikmeter Luft pro Minute, das ist so viel, wie in 20 Olympia-Schwimmbecken passt.
Aber diese riesenhafte weiße Stadt unter Tage ist auch ein Ort voller Gefahren. Alle acht Stunden wird gesprengt. Bergbau ist niemals ungefährlich: Nachgebendes Gestein kann für die Kumpel ebenso tödlich werden, wie lebensgefährliche Grubengase im Kohlebergbau oder Methan, das in Kontakt mit der Luft explosiv reagiert. Im thüringischen Kali-Revier hat zudem der Vulkanismus ein bedrohliches Erbe hinterlassen: Kohlendioxideinlagerungen im Salz. Am 1. Oktober 2013 werden drei Bergleute in Unterbreizbach durch den Austritt von großen Mengen Kohlendioxid getötet.
"Echt" trifft Dirk Weinrich, Grubenwehroberführer und Leiter des Grubenrettungswesens. Er ist Chef des 70-Mann starken Teams von Grubenrettern im Kaliwerk Zielitz. Er ist der Sicherheitschef unter Tage und koordiniert mehrere Mannschaftstransport- und Feuerwehrwagen. "Meine Männer machen das ehrenamtlich - sie müssen enorme psychische und körperliche Belastungen aushalten, wenn sie nach einer Explosion oder einem Grubenbrand unter Tage Vermisste und Verletzte suchen. Jede Entscheidung kann Leben retten, jeder Handgriff muss sitzen."
Für die Brandbekämpfung stehen dem Grubenwehroberführer fahrbare Feuerlöscher mit 250 Kilo Fassungsvermögen, Handfeuerlöscher und Bordlöschanalgen zur Verfügung. Außerdem ist er verantwortlich für Atemschutzgeräte, die im Ernstfall bis zu vier Stunden Sauerstoff liefern. Diese Geräte werden von Weinreichs Leuten regelmäßig gewartet und müssen permanent einsatzbereit sein. Sven Voss ist live dabei, wenn die Grubenwehr Zielitz ein besonders ausgeklügeltes Mittel zur Brandbekämpfung installiert, einen pneumatischen Wetterverschlag, ein riesiges aufblasbares Kissen.

Programm

Replay

Weitere Sendungen


Beliebteste Aufnahmen

Hollystar Passende Filme hier mieten