Gernstl in Griechenland ©
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Samstag, 27. April • 17:00 - 17:15

Gernstl in Griechenland

In Athen: Irdische Genüsse und Gottes Segen

Dokumentation

2012

Was bedeutet für die Griechen die Finanzkrise im Privaten, fernab der großen Politik? Franz X. Gernstl, HP Fischer und Stefan Ravasz machen sich auf Spurensuche in Athen. Fast die Hälfte der zehn Millionen Griechen lebt in der Metropole. Erste Station: Der turbulente Stadtmarkt, von dem manche sagen, es sei der schönste Markt der Welt. Jedenfalls ist er ein Paradies für Fleischliebhaber. Neben kapitalen Hähnen, feinem Lammfleisch und frischen Innereien, gibt es die Halle der Fischer mit fangfrischer Ware in bester Qualität. Hier kaufen sehr viel mehr Männer als Frauen ein - so ist es Tradition in Griechenland.
Zwischen den Fischen entdeckt Franz X. Gernstl Schweinefüße. 13 verschiedene Gerichte könne man daraus kochen, sagt der Metzger. Man brauche nur Lust und Fantasie. Schnell wird das Gespräch politisch. Der Metzger fände es gut, wenn alle Europäer, auch die Deutschen, die griechische Lebensweise übernehmen würden anstatt auf die Griechen zu schimpfen. "Die Häuser auf der Akropolis sind so stabil gebaut, dass sie Jahrhunderte überstehen - trotzdem feiern wir Griechen unser Leben so, als gäbe es kein Morgen!"
Josef Eckert, gebürtiger Bayer, hat drastischere Einblicke. Der griechisch-orthodoxe Priester arbeitet als Seelsorger auf einer Krebsstation: "Dort sterben Menschen, weil die teuren Medikamente nicht mehr bezahlt werden." Trotzdem habe die Krise auch positive Seiten: "Die Menschen rücken zusammen. Das ist ein urchristlicher Wert."

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