Die letzten Sonaten von Beethoven mit Alexandre Tharaud ©
Sonntag, 21. Oktober • 17:40 - 18:25

Die letzten Sonaten von Beethoven mit Alexandre Tharaud

Musik

F 2018

Ein Mann irrt durch ein verlassenes Haus. Der Ort wirkt wie ein Labyrinth. Auf Dielen und Wänden hat die Zeit ihre Spuren hinterlassen. Wasser sickert durch die Wände, die Pflanzen haben das Mauerwerk für sich gewonnen. Zerbrochene Fenster, Staubflocken, zerrissene Vorhänge und bröckelnder Putz zeugen davon, dass hier schon lange niemand mehr wohnt. In einem Raum stößt der Mann plötzlich auf ein altes, mit einem Laken verhangenes Klavier. Das Instrument erscheint wie ein Schlüssel zu einer anderen Zeit ...
An diesem Ort stimmt er die letzten Sonaten von Beethoven an. Die Kamera streift weiter langsam weiter durch den Raum, sich in aller Ruhe den Formen und Texturen, dem Spiel von Licht und Schatten widmend. Die letzten beiden Sonaten Beethovens, op. 110 und 111, erforschen die Tiefen der menschlichen Seele und führen aus der Verzweiflung in eine hoffnungsvolle Glückseligkeit. Als er sie niederschrieb, hatte der Komponist bereits das Gehör verloren, was sein Verhältnis zur Außenwelt entscheidend beeinflusste. Unter diesen psychologischen Gesichtspunkten inszenierte Regisseur Mariano Nante auf eine Art und Weise, die an den sowjetischen Filmemacher Andrej Tarkowski erinnert. Die Aufnahmen aus verlassenen Schlössern, festgehalten von Kameramann Giorgos Arvanitis, und das Spiel des Pianisten Alexandre Tharaud evozieren Isolierung und Innenschau. Sie bieten eine besinnliche Reise in Bildern und Musik.

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