W wie Wissen
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Saturday, 18. August • 16:00 - 16:30

W wie Wissen

Die Welt ist bunt - aber ist mein Blau auch dein Blau?

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Deutschland 2003

Ist das Blau, das ich sehe, auch das, was du siehst? Eine zwar schwer zu beantwortende Frage, aber ein spannendes Forschungsgebiet. Auf jeden Fall bestimmt auch die Sprache, wie wir über Farben kommunizieren. Blau oder grün?
Dazwischen liegt Türkis. Das Wort für diese Farbe benutzen wir aber erst seit Mitte des letzten Jahrhunderts. Das menschliche Gehirn sucht nach Konstanz in der Welt der Farben. Eine Banane ist gelb, klar - und deshalb sehen wir sie auch gelb, selbst wenn sie auf Fotos eigentlich grau ist.
Waren alle Dinos grau? Oder wie kann man wissen, welche Farben sie hatten? Bei Tieren wird in spezialisierten Zellen Farbstoff in winzigen Fächern ausgebildet, in den Melanosomen. Diese Strukturen sind in manchen Fossilien mit Hautresten erstaunlich gut erhalten: Man kann sie als Millionen von länglichen Gebilden unter dem Elektronenmikroskop erkennen. Jede Farbe hat eine eigene Kennung der Melanosomen, deshalb weiß man inzwischen, wo ein Dino welche Farbe trug: Die längst ausgestorbenen Echsen bekommen ihre Farbe zurück!
Aber auch unsere heutige Tierwelt birgt immer wieder Überraschungen. Chamäleons tragen Tarnfarben, meist sind sie grün oder braun gemustert. Erst kürzlich entdeckten Wissenschaftler in München, dass die meisten Arten auch fluoreszierende Muster haben. Sie leben in schattigen, tropischen Wäldern, wo der Anteil an ultraviolettem Licht relativ hoch ist. Genau das nutzen die Tiere mit Fluoreszenz, zur Kommunikation mit Artgenossen und unsichtbar für potenzielle Feinde.
Bunte Muster auf der Haut - das scheint auch vielen Menschen zu gefallen. Jeder vierte Deutsche trägt mittlerweile ein Tattoo, feine Muster bin hin zu farbenprächtigen, fotorealistischen Gemälden. Und obwohl die Tattoo-Szene blüht wie nie zuvor, konnten Mediziner bislang nicht erklären, warum die in die Haut gespritzten Farben ein Leben lang erhalten bleiben; die Haut gehört schließlich zu den Organen, die sich ständig erneuern. Jetzt aber hat ein Forscherteam in Frankreich das Rätsel gelöst.

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