Was Kinder stark macht
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Montag, 17. September • 20:45 - 22:15

Was Kinder stark macht

Dokumentation

D 2018

Webcams in Kindergärten, Tracking-Apps, die den Eltern erlauben, Handynachrichten oder Anrufe ihrer Kinder zu kontrollieren, organisierte Playdates unter Aufsicht: In der US-amerikanischen Mittelschicht verbringen nur noch wenige Kinder Zeit ohne elterliche Überwachung.
Doch werden aus derart behüteten Kindern selbstverantwortliche Jugendliche und Erwachsene? Wie viel Fürsorglichkeit ist sinnvoll? Und ab wann gilt es, loszulassen? Darüber diskutiert Özlem Sarikaya mit der Medienwissenschaftlerin und Medienpädagogin Dr. Maya Götz, Leiterin des Internationalen Zentralinstituts für das Jugend- und Bildungsfernsehen, und dem Psychologen und Psychotherapeuten Prof. Dr. Klaus Fröhlich-Gildhoff, einem der führenden Resilienzforscher Deutschlands.
Klaus Fröhlich-Gildhoff erachtet eine zu große Fürsorglichkeit der Eltern als schädlich für eine gesunde seelische Entwicklung von Kindern. "Wenn ich ein totales Überwachungssystem habe, dann schränkt das meine Selbstentwicklung ein", so der Psychologe. "Es ist für Kinder wichtig, gestuft mehr und mehr Selbstverantwortung zu übernehmen und dadurch das Gefühl zu bekommen: Ich kann mich in der Welt orientieren, und mein Handeln bewirkt etwas. Es ist wichtig, dass ich mich selber erleben kann, unabhängig von der erwachsenen Bezugsperson."
In einer weltweit bisher einzigartigen Studie hat Maya Götz mehr als 700 Stärkeerlebnisse von Kindern und Jugendlichen aus 50 Ländern gesammelt, analysiert und beispielhafte Geschichten in der internationalen Kinder-Kurzfilmserie "Der Tag, an dem ich stark wurde" anschaulich umgesetzt: Geschichten über den Umgang mit gefährlichen Situationen, über die Auseinandersetzung mit Lehrern und Mitschülern oder über Krisen und Herausforderungen in der Familie, von denen auch einige im Rahmen des Themenabends zu sehen sind. "Weltweit sind es im Prinzip ganz ähnliche Erfahrungen, die uns stärken", beschreibt Maya Götz ein zentrales Ergebnis der Studie. "Um Kinder fit fürs Leben zu machen, brauchen sie dieses langsame Anwachsen an Verantwortung", so ihre Feststellung. "Es ist unsere Aufgabe, als Erwachsene, als Eltern, als Pädagogen, ihnen Räume zu bauen, sie immer wieder auch an bestimmten Ecken zu schützen, zu unterstützen, dass sie immer wieder selber ihren Weg finden."
Was Menschen, die Verantwortung für Kinder und Jugendliche tragen, hier konkret tun können, auch darüber informiert dieses "alpha-thema"-Gespräch.

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