Spur der Bären - Die Berlinale
Die Internationalen Filmfestspiele Berlin, kurz Berlinale genannt, feierten im Februar 2010 ihr 60-jähriges Bestehen. «Spur der Bären» erzählt die Geschichte des renommierten Festivals und stellt etliche der langjährigen internationalen Berlinale-Gäste vor.
[Cinergy/ARTE] Jedes Festival hat seine kleineren und größeren Skandale. Bei der Berlinale kam es zu zwei Eklats, die Geschichte machten. Zum einen führte Michael Verhoevens Vietnam-Travestie «OK» 1970 auf Betreiben der amerikanischen Delegation zum Abbruch des Wettbewerbs, zum anderen verließen 1979 wegen der Darstellung des Vietcong in Michael Ciminos Film «The Deer Hunter» alle Vertreter der Warschauer-Pakt-Staaten das Festival. Die Dokumentation beschreibt auch das ganz besondere Verhältnis der Berlinale zum Kino der UdSSR und vor allem zum Film in der DDR. Auch hier spiegelt sich die Weltpolitik in der Festivalgeschichte. Schließlich fand der berühmte Wandel durch Annäherung statt, und die Berlinale wurde in den 70er Jahren zu einem Schaufenster für das Kino Osteuropas, namentlich der UdSSR und der DDR.
Neben den geografischen und klimatischen Unterschieden zu den anderen großen Festival in Cannes und Venedig gibt es einen weiteren wichtigen Unterschied: Die Berlinale war und ist ein Publikumsfestival. In den ersten Jahren vergab das Publikum sogar die Bären. Es bewies dabei erstaunliche Geschmackssicherheit und zeichnete sich durch politische und künstlerische Neugierde aus. Noch immer werden unterschiedliche Publikumspreise vergeben. Und noch immer strömen die Berliner in Filme, die sie sonst nicht einmal zur Kenntnis nehmen würden. - Und es werden jährlich mehr.
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