Russell Ira Crowe (* 7. April 1964 in Wellington, Neuseeland) ist ein neuseeländisch-australischer Filmschauspieler, Filmproduzent und Musiker. Die Darstellung des römischen Generals Maximus Decimus Meridius im Kinofilm Gladiator, für die er 2001 einen Oscar erhielt, machte ihn weltweit bekannt.
Leben und Werk [Bearbeiten]
Jugend und Anfänge der Karriere [Bearbeiten]
Russell Ira Crowe wurde als der jüngere von zwei Brüdern in Wellington auf der nördlichen der beiden neuseeländischen Inseln geboren. Sein Vater, John Alexander, stammt aus Christchurch, seine Mutter, Jocelyn, geb. Wemyss, aus Wellington. Als Crowe vier Jahre alt war, wanderte die Familie, die sowohl walisische, Māori- als auch norwegische, schottische und italienische Vorfahren hat, nach Australien aus. Dort betrieb die Familie unter anderem einen Catering Service, der Filmgesellschaften belieferte. So entstand bereits früh ein Kontakt zur Filmindustrie. Im Alter von acht Jahren erhielt Crowe eine erste kleine Rolle in der Fernsehshow Spyforce, in der sein Patenonkel Regie führte. Als Russell 14 Jahre alt war, kehrte die Familie nach Neuseeland zurück. Er besuchte dort die Auckland Grammar School, die er jedoch nicht beendete.
Nach der High School versuchte sich der damals 16-Jährige als Sänger der von ihm gegründeten Band Roman Antix. Bis zu den frühen neunziger Jahren standen für ihn laut eigener Aussage musikalische und schauspielerische Auftritte noch gleichwertig nebeneinander, seine Karriere als Sänger setzte er mit seiner Band 30 Odd Foot of Grunts fort. 2005 änderte Crowe den Band-Namen von 30 Odd Foot of Grunts (TOFOG) zu The Ordinary Fear of God (TOFOG).
In den 1980er Jahren jobbte Crowe u.a. als Kellner, Bingo-Caller und Strassenmusikant. Erste Bühnenerfahrung sammelte er, als er nach seinem Umzug von Neuseeland in das australische Sydney im Alter von 21 Jahren in den Musicals Grease und The Rocky Horror Show (Rollen: Dr. Scott, Eddie, Frank´N´Furter) durch Australien und Neuseeland tourte.
Anfang der 1990er Jahre übernahm er erneut Rollen in Episoden australischer Fernsehserien wie Police Rescue, Nachbarn und Living with the Law. 1989 schliesslich, mit 25 Jahren, wirkte er erstmals in einem Kinofilm mit: in der Nebenrolle als Lt. Corbett in dem australischen Antikriegsdrama Prisoners Of The Sun/Blood Oath (Blutiger Schwur), einer brisanten Thematisierung japanischer Kriegsverbrechen. Für seine Rolle in Proof (1991) erhielt den AFI Award des Australian Film Institute als bester Nebendarsteller.
Erste internationale Aufmerksamkeit erhielt Crowe für die Rolle des Skinheads Hando in Romper Stomper (1992). Der Film erlangte in Australien grosse Reichweite, Crowe erhielt für diese Rolle den AFI Award des Australischen Filminstituts in der Kategorie Bester Hauptdarsteller. Seine Leistung empfahl ihn für die Rolle des Detective Officer Bud White in L.A. Confidential. Im Jahr 1994 gelang Crowe der Durchbruch in Australien mit dem Film The Sum of Us, einem leisen Film über familiäre Verbundenheit.
Türöffner in Hollywood war für Crowe der Western Schneller als der Tod (The Quick And The Dead) (1995), in dem er einen Gefangenen spielte, der zur Belustigung der Herrschenden in eine Serie von Revolverduellen auf Leben und Tod gezwungen wird. Die Hauptdarstellerin Sharon Stone setzte sich persönlich dafür ein, dass der Neuseeländer-Australier verpflichtet wurde. Mit der Rolle des kindlich unschuldigen aber auf Vernichtung programmierten Avatars SID 6.7 im Science Fiction Thriller Virtuosity (1995) verbreiterte er sein bisher erreichtes Rollenportfolio in Drama, Komödie und Actionfilm um einen weiteren prägnant auffälligen Charakter.
Einem breiten internationalen Publikum wurde Crowe durch das neunfach Oscar-nominierte Gangster-Epos L.A. Confidential (1997) bekannt; darin verkörperte er den nach Gerechtigkeit strebenden Polizisten Wendell "Bud" White. Seine Darstellung als schweigsamer Cop im Los Angeles der 1950er Jahre, der meistens mit seinen Fäusten und dem Revolver ermittelt, machte auch den Regisseur Ridley Scott auf ihn aufmerksam.
Hauptwerk [Bearbeiten]
Filme ab 1999 [Bearbeiten]
Russell Crowe war in dreiaufeinander folgenden Jahren (1999-2001) für einen Oscar als bester Hauptdarsteller nominiert. Übertroffen wird er in dieser Hinsicht nur von Marlon Brando, der in den Jahren 1952 bis 1955 vier aufeinanderfolgende Oscar-Nominierungen in derselben Kategorie erhielt.
Die erste Oscar-Nominierung als bester Hauptdarsteller erhielt Crowe 1999 für Insider. Er spielte darin neben Al Pacino den Abteilungsleiter eines Tabak-Konzerns, der von seinem Arbeitgeber entlassen und daraufhin terrorisiert wird. Das US-amerikanische Filmmagazin Premiere listete 2006 seine Darstellung des Chemikers Dr. Jeffrey Wigand auf Platz 23 der 100 besten Schauspielerleistungen der Filmgeschichte.
Für die Verkörperung des römischen Generals Maximus Decimus Meridius in Ridley Scotts Historienfilm Gladiator erhielt er ein Jahr später einen Oscar als Bester Hauptdarsteller. Seine dritte Oscar Nominierung, erhielt er für A Beautiful Mind - Genie und Wahnsinn, wieder nur ein Jahr später. Unter der Regie von Ron Howard spielte er den schizophrenen Mathematiker und Nobelpreisträger John Forbes Nash Jr. 2002 erhielt er für die Rolle einen Golden Globe und einen British Academy Film Award als bester Hauptdarsteller.
Durch den Erfolg von Gladiator erhielt Crowe viele Angebote für actionlastige Rollen. Eine davon - die als Unterhändler einer Versicherung bei Erpressungsfällen in Lebenszeichen - Proof of Life (2000) - nahm er an, darüber hinaus wollte er seinem schauspielerischen Anspruch auf Wandlungsfähigkeit folgen und sich nicht in ein bestimmtes Schema pressen lassen.
Unter der Regie von Peter Weir verkörperte Russell Crowe 2003 in dem zweifach Oscar-gekrönten Seefahrer-Abenteuer Master & Commander - Bis ans Ende der Welt, einer Adaption aus zwei Romanen von Patrick O'Brian, den britischen Marine-Helden Captain Jack Aubrey. Für diese Rolle erhielt er seine vierte Golden Globe- und eine Screen Actors Guild Award-Nominierung.
Der Boxfilm Das Comeback (2005), in dem Crowe, erneut unter der Regie von Ron Howard, den Boxweltmeister Jim Braddock in den USA während der grossen Wirtschaftskrise der 1930er Jahre spielt, war kommerziell kein Erfolg. Dennoch resultierten aus Crowes Leistung drei Nominierungen als bester Hauptdarsteller: für einen Golden Globe, einen Award der Broadcast Film Association und einen Screen Actors Guild Award.
Im Jahr 2006 arbeitete Crowe zum zweiten Mal mit Sir Ridley Scott für die Verfilmung von Peter Mayles Roman Ein gutes Jahr zusammen, einer leichten Work-Life-Balance-Sommerkomödie, die zunächst kein kommerzieller Erfolg an den Kinokassen war und gemischte Kritiken erhielt. Der Erfolg des Films erwies sich jedoch in der Zweitverwertung auf DVD als Longtime-Seller.
Filme ab 2007 [Bearbeiten]
2007 kam das Ergebnis der dritten Zusammenarbeit mit Ridley Scott in die Kinos. Crowe verkörperte in dem kommerziell sehr erfolgreichen Kinofilm American Gangster die historische Figur des Detective Richie Roberts. Roberts verfolgte und überführte den legendären Heroinhändler Frank Lucas, im Film dargestellt von Denzel Washington.
Ebenfalls 2007 kam der Western Todeszug nach Yuma (3:10 to Yuma) in die Kinos. Crowe spielte neben Christian Bale als seinem Gegenspieler in diesem modernen Western, der neben genretypischer Action vor allem auf psychologische Vertiefung setzte, den Outlaw und Bandenchef Ben Wade.
2008 verkörperte Crowe im Agentenfilm Der Mann, der niemals lebte (Body of Lies) den übergewichtigen selbstüberheblichen CIA-Funktionär Ed Hofmann, eine Figur, die symbolisch die damaligen US-amerikanischen Geheimdienstaktivitäten im Nahen Osten paraphrasierte.
In dem Kinofilm State of Play - Stand der Dinge, 2009, sah man Russell Crowe neben Ben Affleck, Helen Mirren und Jeff Daniels als investigativen Journalisten Cal McAffrey zum zweiten Mal nach Insider in einer Rolle, die die gesellschaftspolitische Bedeutung von engagiertem Journalismus thematisierte. Crowe erhielt für diese Rolle einen AFI Award als Best International Actor.
Eine weitere Zusammenarbeit zwischen Ridley Scott und Russell Crowe als Regisseur und Darsteller wie auch als Co-Produzenten ergab sich 2009 mit dem historischen Abenteuerfilm Robin Hood. Crowe spielte die Titelrolle an der Seite von Cate Blanchett als Lady Marian Loxley, Max von Sydow als ihr blinder Schwiegervater Sir Walter Loxley und Mark Strong in der Antagonistenrolle des korrupten Schatzkanzlers Godfrey. Die Produktion wurde als Eröffnungsfilm der 63. Filmfestspiele von Cannes 2010 ausgewählt und spielte weltweit über 321 Millionen US Dollar ein.
Unter der Regie von Oscarpreisträger Paul Haggis entstand 2009 im amerikanischen Pittsburgh 72 Stunden - The Next Three Days. Der Film, ein Remake des französischen Suspense-Thrillers Ohne Schuld (Pour Elle / Anything For Her), erzählt die Geschichte eines Universitätsdozenten, der seine selbstmordgefährdete Ehefrau aus dem Gefängnis zu befreien versucht. Der Film spielte bis Dezember 2011 weltweit über 67 Mio US-Dollar ein.
In dem von Robert Diggs inszenierten Martial-Arts-Film The Man with the Iron Fists, der im Dezember 2010 in China gedreht wurde, übernahm Russell Crowe die Rolle des Schurken Jackknife. Kinostart des Films in USA ist der 2. November 2012.
Filme ab 2011 [Bearbeiten]
In den Monaten September bis November 2011 fanden die Dreharbeiten für die Neuverfilmung von Superman - Man of Steel unter der Regie von Zack Snyder statt, Crowe wird in der Rolle des leiblichen Vaters von Superman, Jor-El, zu sehen sein. Kinostart des Filmes ist voraussichtlich der 14. Juni 2013.
Am 11. Januar 2012 eröffnete die dritte Staffel der kanadischen Detektiv-Fernsehserie Doyle´s Republik mit Gastrollen für Russell Crowe, Alan Doyle, Kevin Durand und Scott Grimes, der "Merry Men" Besetzung des Kinofilms Robin Hood von 2009, die Dreharbeiten fanden im August 2011 während Crowe´s Aufenthalts in St. John´s, Neufundland, statt , wo er zusammen mit Alan Doyle, Scott Grimes, Kevin Durand, Danielle Spencer und der irischen Gruppe Size2Shoes zwei Konzerte gab, die das Crowe/Doyle Songbook Vol. III vorstellten.
Im selben Monat wurde bekannt, dass Russell Crowe die Rolle des New Yorker Bürgermeisters im Neo Noir-Drama Broken City neben Mark Wahlberg übernommen hat. Der Film wird am 18. Januar 2013 in den Kinos erwartet, Drehbeginn war 14. November 2011, Produktionsende ist der 26. Januar 2012.
Von Februar bis Juni 2012 fanden die Dreharbeiten der Neuverfilmung des Musicals Les Misérables unter der Regie von Tom Hooper statt, in der Russell Crowe die Rolle des Antagonisten Inspektor Javert neben Hugh Jackman als Protagonisten Jean Valjean, Anne Hathaway als Fantine und Helena Bonham Carter als Madame Thénardier übernommen hat. Der Kinostart des Filmes in Deutschland war am 21. Februar 2013. Für Crowe ist dies die erste Rückkehr zum Genre Musical seit den Jahren 1986 - 88, wo er unter Daniel Abineri mit der Bühnenversion der Rocky Horror Show durch Australien tourte.
Im November 2011 wurde bekannt, dass Crowe in der Erstlingsregie des Drehbuchautors und Produzenten Akiva Goldsman, mit dem er bereits für A Beautiful Mind und Das Comeback zusammen arbeitete, die Rolle des Antagonisten Pearly Soames in der Verfilmung von Mark Helprins Fantasyroman im Stil des magischen Realismus Wintermärchen neben Colin Farrell, William Hurt, Will Smith und Jessica Brown Findlay übernommen hat. Drehbeginn ist der 27. Oktober 2012, Drehende voraussichtlich der 30. Januar 2013.
Mitte April 2012 wurde bekannt dass Crowe in Darren Aronofskys Spielfilm Noah neben Jennifer Connelly als Noahs Frau Naama die Titelrolle übernommen hat. Drehzeit des Filmes, der u.a. auf Island und in New York gedreht wird, ist vom 28. Juli bis 1. November 2012 , der Film wird am 3. April 2014 in den Kinos erwartet.
Filmproduzent [Bearbeiten]
Im Jahr 2007 gründete Russell Crowe seine eigene Produktionsfirma Fear of God Films, die u. a. Robin Hood (2010) co-produzierte. Aktuelles Fernseh-Projekt ist die Serie Damage Control für Channel 5 des australischen TV.
Im Mai 2011 wurde bekannt, dass Crowe wesentlich am Ankauf der TV-Übertragungsrechte durch die amerikanischen Fox Studios für die Übertragung der australischen State of Origin National Rugby League Spielserie, vergleichbar mit der europäischen Fussball Champions League, beteiligt war. Die State of Origin Spiele werden so ca. 40 Mio. amerikanischen TV-Zusehern verfügbar.
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