MDR

Donnerstag, 01. Dezember
23:05 - 23:35

Jan Dix blättert im alten Familienalbum. ©
Das Kriegstriptychon von Otto Dix ist eines der bedeutendsten Kriegsbilder - so Prof. Dr. Hartwig Fischer, Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ©
Jan Dix, Sohn von Otto Dix ©
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Der Maler Otto Dix - Trau deinen Augen

Ein Bild wie ein Schrei: DER KRIEG. Von Künstlerhand festgehalten: das Geschehen von vor genau 100 Jahren, 1914, Erster Weltkrieg, ein Schlachtfeld irgendwo in Europa. Die Mitteltafel des Triptychons zeigt eine vollständig verwüstete Landschaft, über die Leichen und Leichenteile verstreut sind. Nur ein Soldat mit Gasmaske scheint noch am Leben zu sein. Auf dem linken Flügel sieht man eine Soldatenkolonne voll ausgerüstet durch eine nebelige Kriegslandschaft marschieren, möglicherweise in den Kampf. Auf dem rechten Flügel sind Menschen zu erkennen, die sich aus dem Kampf zurückziehen. Die beherrschende Figur dieses rechten Bilderflügels, die einem Kameraden unter die Arme greift, ist ein Selbsportät. DER KRIEG, dieses berühmteste aller Kriegsbilder, das in der Galerie Neue Meister in Dresden hängt, bekommt man nicht mehr aus dem Sinn.
Otto Dix sagte von sich selbst, er sei kein Pazifist gewesen, war er doch freiwillig in den Krieg gezogen, um zu sehen, zu erleben, um Zeugnis abzulegen. Die Erfahrungen des Krieges haben ihn zum Antikriegsmaler gemacht, seine Kriegsbilder sind von einer verstörend künstlerischen Wucht. Sie rütteln auf, bis heute.
Otto Dix, am 2. Dezember 1891 in Gera geboren, wurde als Maler und Grafiker mit seinem künstlerischen Schaffen zu einem herausragenden Repräsentanten der Neuen Sachlichkeit. Er lehrte bis 1933 als Professor an der Kunstakademie in Dresden und war Mitglied der Preußischen Akademie der Künste. Sein Werk wurde von den Nazis als "entartet" diffamiert und aus den deutschen Museen entfernt.
Der Film in der Reihe "Lebensläufe" erzählt, ausgehend von Dix' Bildern über den Ersten Weltkrieg, eine Malerbiografie, die von den Katastrophen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts geprägt wurde.

Länge: 30 Minuten

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